Bayrische Call Center Betriebsräte und ver.di- Funktionäre diskutieren über die Situation bei der T- Mobile USA

2. August 2013: Am Rande einer Tagung für Betriebsräte, Auskunftspersonen und Vertrauensleute informierten sich die Teilnehmer der Tagung über die Situation bei T- Mobile USA. Ado Wilhelm, ver.di- Koordinator für die Kampagne WE EXPECT BETTER, berichtete außerhalb des offiziellen Programms ausführlich über die Bedingungen, denen die Beschäftigten der T- Mobile USA täglich ausgesetzt sind.

Seit einigen Wochen haben auch Betriebsräte aus Kempten und Augsburg, im Rahmen eines Partnerschaftsprogramms, Bestandteil der Kampagne WE EXPECT BETTER, eine Patenschaft für ein Call Center der T- Mobile USA übernommen. Der Partnerbetrieb liegt in Albuquerque, fast 15 Flugstunden von München entfernt. Anfang Juni reisten 3 Kolleginnen und Kollegen aus Kempten und Augsburg in die USA, um dort eine Woche lang die amerikanischen KollegInnen bei ihren Bemühungen um Durchsetzung von Gewerkschafts- und Arbeitnehmerrechten zu unterstützen. Für diese „Mission“ musste eine Woche des Erholungsurlaubs „geopfert“ werden. Einen Bericht über das dort erlebte und weitere Informationen findet man unter: www.wirerwartenbesseres.de

Willkürmaßnahmen, Druck und Menschrechtsverletzungen sind bei T-Mobile USA seit langem an der Tagesordnung. Versuche von Beschäftigten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und eine Stimme im Betrieb zu bekommen, werden fast immer mit willkürlichen „Bestrafungsmaßnahmen“ durch das Unternehmen unterbunden.

Ein aktuelles Beispiel wird derzeit überall diskutiert: Anfang Mai 2013 wurde Josh C., ein Kollege, der sich offen für die Bildung einer Gewerkschaft im Unternehmen engagierte, gekündigt. Die Kündigung erfolgte auf Grund von Vorwürfen, die allemal konstruiert scheinen. Innerhalb des Unternehmens galt Josh C. über Jahre als einer der „Bestleister“ aller Call- Center Beschäftigten und erhielt Preise. Plötzlich werden ihm nach seinem „Outing“ als Gewerkschafter Arbeitsfehler und Schlechtleistung vorgeworfen - und dann gekündigt!

Die Teilnehmer der Tagung, die an der Informationsveranstaltung in ihrer Freizeit teilnahmen, wollten kaum glauben, was da so täglich in den US-Betrieben passiert. Es herrschte Einvernehmen darüber, die Kampagne WE EXPECT BETTER zu unterstützen, um den Kolleginnen und Kollegen der T- Mobile USA zu helfen, mit der Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) eine Stimme im Betrieb zu bekommen. Es wurde rege darüber diskutiert, wie die amerikanischen Kolleginnen und Kollegen und die CWA noch mehr unterstützt werden können. Viele Diskutanten brachten ihren Unmut und ihre Empörung über das unsägliche Verhalten des Unternehmens zum Ausdruck.

Selbst ein Streik deutscher Telekom- Beschäftigter wurde vorgeschlagen. Kaum jemand, der am Ende der Veranstaltung nicht bereit gewesen wäre, zu unterstützen und in der Kampagne mitzumachen.

Wer die Online- Petition noch nicht unterschrieben hat, kann dies hier tun: www.WirErwartenBesseres.de/petition