Begeisterung über Solidarität aus Deutschland

7. Juni 2012: Die Call-Center-Mitarbeiter der T-Mobile USA erhalten tatkräftige Unterstützung aus Deutschland. In zwei Briefen vom 29. Mai an die Belegschaft von Call Centern in den US-Bundesstaaten Pennsylvania, Tennessee und Texas wurde den Angestellten uneingeschränkte Solidarität zugesichert. Absender der Briefe waren Josef Bednarski, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Deutschen Telekom Service GmbH, sowie Ado Wilhelm, zuständig für den Bereich Mobile Kommunikation bei der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Zuvor hatten Bednarski und Wilhelm bereits einen Brief an Phillip Humm geschickt, den Firmenchef von T-Mobile USA. Darin kritisierten sie das Vorhaben scharf, zwei Call Center in den USA zu schließen und die Serviceleistungen ins Ausland zu verlagern. Neben den bereits beschlossenen Schließungen der Call Center in Allentown (Pennsylvania) und Frisco (Texas) sollen fünf weitere Standorte mit insgesamt 3.300 Angestellten abgewickelt werden.

Mit einer Delegation von Betriebsratsmitgliedern waren Wilhelm und Bednarski im Februar dieses Jahres nach Texas gereist und hatten das dortige T-Mobile-Call-Center besucht. Seitdem wächst die Solidarität zwischen Deutschland und den USA mit jedem Tag. Dementsprechend begeistert reagierten die Belegschaften der angeschriebenen US-Call-Center auf die Post aus Bonn. „Die Kollegen haben sich sehr über die Unterstützung gefreut“, antwortete ein Angestellter aus Allentown.

Die Unterstützung aus Deutschland war insbesondere dadurch notwendig geworden, dass die US-amerikanischen Beschäftigten keine Möglichkeit haben, sich gewerkschaftlich zu organisieren. T-Mobile USA hat in der Vergangenheit immer wieder mit Repressalien auf Versuche eine betrieblichen Mitbestimmung reagiert; auch über die anstehenden Standortschließungen hat es keinerlei Verhandlungen gegeben. In ihrem Brief an die Call Center in Wichita (Texas) und Nashville (Tennessee) verurteilten Bednarski und Wilhelm erneut die Unterbindung von Gewerkschaften. „Wir werden dieses Thema weiterhin regelmäßig zur Sprache bringen“, schrieben sie mit Blick auf das Management der Deutschen Telekom, des Mutterkonzerns von T-Mobile USA.

Im Juni wird Lothar Schröder, Leiter des Bereichs Kommunikation bei ver.di, gemeinsam mit einem Vorstandsmitglied der US-Kommunikationsgewerkschaft CWA durch die Vereinigten Staaten reisen, um die dortigen Call-Center-Mitarbeitern beim Aufbau von Gewerkschaftsstrukturen zu unterstützen.