Bericht vom Besuch der US Delegation

27. Mai 2013: Vom 12.-18. Mai 2013 war eine Gruppe von T-Mobile Beschäftigten und CWA Gewerkschaftern unterwegs in Deutschland, um auf die antigewerkschaftlichen Praktiken bei T-Mobile USA aufmerksam zu machen und um die Zusammenarbeit mit den KollegInnen von der Muttergesellschaft Deutsche Telekom zu stärken.

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Die ersten Tage verbrachte die Gruppe in Berlin, wo sie Bundestagsabgeordneten ihr Anliegen vorbrachte und sich mit Vertretern von ver.di, dem DGB und der Friedrich Ebert Stiftung traf.

Am Mittwoch sprachen T-Mobile Beschäftigte vor dem Ausschuss für Arbeit und Soziales im Bundestag. T-Mobile Beschäftigte Sara Black berichtete von den katastrophalen Zuständen bei T-Mobile US: "Die Arbeitsbedingungen bei T-Mobile sind extrem stressig. Die Beschäftigten haben keinen Arbeitsvertrag und können jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Die fast unerreichbaren Leistungsvorgaben setzen alle Beschäftigten enorm unter Druck und das Management nutzt fragwürdige Methoden wie Einschüchterung und Erniedrigung, um uns zu besseren Leistungen zu ’motivieren’. In der Vergangenheit sind Mitarbeiter dazu gezwungen worden Eselsmasken zu tragen, um sie zu brandmarken. Es gibt Fälle, in denen Beschäftigten der Gang und die Zeit auf der Toilette als Urlaubszeit angerechnet wird.“

Bei all diesen Treffen, was die Reaktion der Politiker dieselbe: Unverständnis über das Verhalten der Telekom Tochter TMUS und Zusicherung von Unterstützung für die Beschäftigten.

Am Donnerstag besuchte die Gruppe die Hauptversammlung der Telekom, auf der Victoria eine Rede hielt, und ihr Anliegen an den Konzernvorstand und die die Aktionäre adressierte. Sie forderte den Vorstand auf, sich selbst ein ehrliches und ungeschminktes Bild von der wirklichen Situation bei T-Mobile US zu machen.

Den Schwerpunkt des Besuchs bildeten jedoch die zahlreichen, täglichen Treffen und Diskussionen mit KollegInnen der Telekom. Die US-KollegInnen erfuhren mit Staunen, wie unterschiedlich die Arbeitsbedingungen bei der Telekom sind: Keine Bestrafung bei Nichterreichung von Leistungszielen, Monitoring von Anrufen kann nur zu Trainingszwecken genutzt werden und nicht zur Disziplinierung, Mitspracherechte für Betriebsräte, Schichten richten sich nach den individuellen Bedürfnissen und nicht nach Leitung usw. Dieses Wissen bekräftigte die US KollegInnen in ihrer Mission: Arbeits- und Gewerkschaftsrechte bei T-Mobile USA müssen her!

Gemeinsam berieten die KollegInnen, wie die Zusammenarbeit gestärkt werden kann und alle bekräftigten sich gegenseitig der praktischen, internationalen Solidarität dieser Kampagne.

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