Beschäftigte berichten: So schlecht behandelt uns T-Mobile US!

Adrian Dominguez: "Unsere Manager zwangen einzelne von uns, täglich an stundenlangen Sitzungen im Keller teilzunehmen.“

28. Juli 2015: Sie heißen Jerrica, Josh, Amber und Adrian und kommen aus unterschiedlichen Teilen der USA: Kansas, New Mexiko und New York. Trotzdem haben sie zwei Dinge gemeinsam. Erstens: Durch ihr Engagement für eine Gewerkschaft wurden sie schikaniert. Zweitens: Ihr Arbeitgeber ist T-Mobile US. Alle vier berichten, was ihnen passiert ist.

Amber Diaz aus Albuquerque, New Mexiko, war bereits acht Jahre bei T-Mobile US beschäftigt, bevor sie Schwierigkeiten mit ihrem Arbeitgeber bekam. „Nachdem ich mich offen zur Gewerkschaft bekannte, habe ich schon gemerkt, dass meine Teamleiterin mich auf einmal auf dem Kieker hatte“, berichtet sie. Anfangs versuchte ihre Teamleiterin sie davon zu überzeugen, dass die Gewerkschaft nur ihr Geld wolle und rechnete ihr vor, was sie sich alles von dem Geld kaufen könne. Amber: „Als sie merkte, dass sie mich nicht überzeugen konnte, bekam ich auf einmal für jede Kleinigkeit Ärger.“ Die Situation spitzte sich soweit zu, bis Amber eines Tages gekündigt wurde. Der Grund: Als sie krank war, faxte der Arzt die Krankschreibung zwei Tage zu spät an T-Mobile. „Normalerweise wird man bei T-Mobile nicht für solche Kleinigkeiten rausgeschmissen“, sagt Amber. „Aber es war klar, dass es eigentlich um etwas anderes ging.

Bei Jerrica Croxson aus Wichita, Kansas, lief es nicht besser. Sie arbeitet seit drei Jahren bei T-Mobile und ist Senior Agent. „Seitdem bekannt ist, dass ich die Gewerkschaft unterstütze, kommt es mir vor, als hätte ich eine Zielscheibe auf dem Hinterkopf“, sagt sie. Sie erhielt eine Abmahnung, nur weil sie mit Gewerkschaftern gesprochen hatte. „Ich wurde nach Hause geschickt und musste dem Management am nächsten Tag einen Aktionsplan präsentieren, mit einer Begründung, warum ich es verdient hätte, weiterhin bei T-Mobile zu arbeiten“, erzählt Jerrica. „Das war eine sehr beschämende Erfahrung. Egal wie beliebt man ist oder wie hoch man aufgestiegen ist, T-Mobile wird dich verfolgen, wenn sie glauben, dass Du die Gewerkschaft unterstützt.“

Diese Erfahrung machte auch Josh Coleman, der zu den 50 besten Mitarbeitern im Kundenservice zählte. Als Auszeichnung für seine Leistungen gewann er eine Reise nach Puerto Rico. Josh: „Als ich jedoch mit einem Gewerkschaftsshirt auf der Arbeit erschien, änderte sich alles. Sie nahmen mir aus fadenscheinigen Gründen die Reise nach Puerto Rico weg und plötzlich wurde ich ständig kritisiert, dass meine Arbeit nicht gut sei.“ Kurz nachdem er am Rande einer Kundgebung über Gewerkschaftsrechte bei T-Mobile im Lokalfernsehen interviewt wurde, kündigte T-Mobile US auch ihn. Doch Josh ließ sich nicht so einfach unter kriegen: Er ging vor Gericht. Dort sagten seine Teamleiter aus. Sie hätten ständig nach Gründen gesucht, um ihn zu kündigen, berichtet Josh. „Als sie nichts finden konnten, dachten sie sich Regeln aus, und warfen mir vor, dass ich gegen diese Regeln, die mir nicht bekannt waren, die auch sonst niemand kannte und die nirgends aufgelistet waren, verstoßen habe und deswegen müsste ich meine Sachen packen und gehen.“

Auch Adrian Dominguez aus New York musste für seine Rechte kämpfen. Genau wie die sieben anderen Beschäftigten litt er sehr unter der Schichtenverteilung des Managers. Vielen war es nur schwer möglich, Zeit mit der Familie zu verbringen. Zunächst versuchten sie, das Anliegen im Einvernehmen mit dem Unternehmen zu klären. Vergebens. Daher beschlossen sie 2012, eine Gewerkschaft zu gründen. „Auf einmal brach ein Riesensturm bei uns im Betrieb los!“, sagt Adrian. „Unsere Manager zwangen einzelne von uns, täglich an stundenlangen Sitzungen im Keller teilzunehmen. Sie bedrohten uns, machten uns Versprechungen und erzählten, wie schlecht und korrupt die Gewerkschaft sei.“ Sogar die Vizechefin der Personalabteilung der Konzernzentrale reiste an und nahm wochenlang an den Sitzungen teil. Doch Adrian und die anderen Beschäftigten ließen sich nicht einschüchtern, auch nicht durch einen Besuch von T-Mobile CEO John Legere. Heute haben sie das erreicht, wofür andere T-Mobile-Beschäftigte noch kämpfen müssen: einen Tarifvertrag.

Amber, Jerrica, Josh und Adrian: Weil sie für faire Arbeitsverhältnisse kämpfen, wurden sie von ihren Vorgesetzten bei T-Mobile US schikaniert. Die Deutsche Telekom ist mit 64 Prozent Anteilseignerin der T-Mobile US und kann Einfluss geltend machen. Daher ist es wichtig, dass in Deutschland Druck ausgeübt wird.
Sie können Amber, Jerrica, Josh und Adrian in ihrem Kampf unterstützen. Unterschreiben Sie die Petition und setzen Sie sich so für faire Arbeit auch über die Landesgrenzen hinaus ein.