Internationale Gewerkschaften reagieren auf jüngste Angriffe von T-Mobile USA

10. Juni 2011: Die internationale Gewerkschaftsbewegung hat auf die jüngsten arbeitnehmerfeindlichen Angriffe der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA reagiert.

Die internationale Gewerkschaftsbewegung hat auf die jüngsten arbeitnehmerfeindlichen Angriffe der Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile USA reagiert und den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, René Obermann, schriftlich aufgefordert, unverzüglich zu intervenieren, um die Verletzung internationaler Arbeitsübereinkommen seitens der Betriebsleitung zu beenden.

Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche in den USA eine aggressive gewerkschaftsfeindliche Kampagne gegen eine Gruppe von mehr als 40 technischen Mitarbeitern in den Bundesstaaten New York and Connecticut begonnen, die der Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) beitreten wollten, um Tarifverhandlungen führen zu können.

Philip Jennings, Generalsekretär von UNI Global Union, und IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow erklärten in einem gemeinsamen Brief: „Wir sind zutiefst enttäuscht über die jüngsten Entwicklungen bei der US-Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile USA. Nach ihrem langjährigen Widerstand gegen eine gewerkschaftliche Organisierung sind wir davon ausgegangen, dass T-Mobile USA ihr Verhalten nach dem Übernahmeangebot von AT&T ändern würde. Bei der gestrigen Anhörung, bei der die Bedingungen für eine Abstimmung über eine Gewerkschaftsvertretung festgelegt werden sollten, hat T-Mobile USA jedoch die in den USA üblichen klassischen gewerkschaftsfeindlichen Taktiken angewandt.“

Die internationale Gewerkschaftsbewegung hat unter dem Motto „Wir erwarten Besseres“ eine Kampagne gestartet, um das Stammunternehmen von T-Mobile, die Deutsche Telekom, dazu zu veranlassen, internationale Arbeitsnormen einzuhalten und sich in der Frage einer gewerkschaftlichen Organisierung seiner Beschäftigten neutral zu verhalten. Darüber hinaus bemüht sich UNI Global Union bereits seit mehreren Jahren um eine globale Vereinbarung mit der Deutschen Telekom, bisher allerdings ohne Erfolg.

Neben dem Rückgriff auf gesetzliche Verfahren zur Verzögerung der Abstimmung berichtet die CWA über einzelne Manager, die Druck auf die Beschäftigten ausüben, damit sie sich gegen die Gewerkschaft entscheiden, indem sie ihnen mit dem Verlust verschiedener Leistungen drohen, wenn sie für die Gewerkschaft stimmen.

„Wir fordern Sie dringend auf, unverzüglich zu intervenieren und einen Richtungswechsel zu fordern. T-Mobile USA sollte die Gewerkschaft ohne irgendwelche Verzögerungen anerkennen, wenn sich die Mehrheit der Beschäftigten dafür ausspricht. Wir erwarten Besseres von der Deutschen Telekom“, so Jennings und Burrow.

AT&T verfügt über eine Vereinbarung mit der CWA, die es den Beschäftigten ermöglicht, sich ohne Eingriffe der Betriebsleitung für eine Gewerkschaft zu entscheiden. Dies würde auch für T-Mobile gelten, wenn die US-Behörden die Fusion des Unternehmens mit AT&T genehmigen. UNI und der IGB haben den Zusammenschluss angesichts der Vorteile für die Beschäftigten und die Zukunft des Breitbandes öffentlich befürwortet. Die deutsche Bundesregierung hält 30% der Anteile an der Deutschen Telekom, und wenn die Fusion zustande kommt, wäre die Deutsche Telekom größte Anteilseignerin von AT&T.

PDF - 119.5 kB
Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom bezüglich Gewerkschaftsfeindlichkeit bei T-Mobile USA