Connecticut: Erst Verhinderung, dann Verzögerung

1. Juni 2012: Im Juli 2011 stimmten Techniker von T-Mobile in Connecticut bei einer Wahl für die Gewerkschaft. Mit nur 15 Beschäftigten handelt es sich um eine kleine Betriebseinheit. Die Verhandlungen für den ersten Tarifvertrag dauern nun seit neun Monaten an. Bislang hat das Management eine Einigung systematisch verhindert.

Ein Großteil der Beschäftigten unterstützte die Gründung der Gewerkschaft als im Mai 2011 Antrag auf die Wahl einer Arbeitnehmervertretung gestellt wurde. Das Unternehmen reagierte mit unterschiedlichen Taktiken: Supervisor machten abfällige Bemerkungen über Gewerkschaften im Allgemeinen und speziell über die Communication Workers of America (CWA).

Manager hielten Vier-Augen-Gespräche mit Beschäftigten ab sowie Gruppentreffen. Auf diesen Treffen äußerten sie sich gegen die Gewerkschaft. Das Management isolierte Gewerkschaftsunterstützer und traf sich gezielt mit nur jenen Beschäftigten, deren Einstellung zur Gewerkschaft noch offen war. Das Unternehmen flog den Vizepräsidenten der Personalabteilung ein, um sich mit Beschäftigten zu treffen und sie vom Beitritt zur Gewerkschaft abzubringen. Dennoch stimmte schließlich eine knappe Mehrheit von acht zu sieben für die Gewerkschaft.

Die Tarifverhandlungen begannen im September 2011. Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite ist Mark Theodore, ein Anwalt der Kanzlei Proskauer Rose LLC. Theodore konzentriert sich laut seiner Website „fast ausschließlich auf die Vertretung des Managements in traditionellen Fragen des Arbeitsrechts überall in den USA, mit einem Schwerpunkt auf die Vertretung gewerkschaftsfreier Arbeitgeber.“ Theodore lehnt es ab, das existierende Unternehmenshandbuch zu übernehmen, welches Regeln und Bedingungen der Beschäftigungsverhältnisse festlegt.

Der Argwohn der Beschäftigten nahm zu, als das Management Verhandlungstermine verzögerte und aufschob. Ein Manager wurde herabgestuft, so dass er nun nicht mehr dem Management angehört, sondern Teil der Verhandlungseinheit ist. Damit steht nun die Unterstützung für die Gewerkschaft acht zu acht. Gesetzlich ist eine Neuwahl im Juli 2012 möglich, um zu prüfen, ob eine Mehrheit der Beschäftigten noch die Gewerkschaft unterstützt. Die Befürchtung ist nun, dass die Gewerkschaft bei diesen Wahlen wieder aberkannt wird. Diese Art von Verhandlungsführung ist eine weitere Strategie von Gewerkschaftsvermeidung nur unter anderem Vorzeichen.