CWA fordert Gesetz gegen Auslagerung von Call-Centern

13. September 2012: „Outsourcing“, die Auslagerung ganzer Betriebsteile in Länder mit niedrigerem Lohnniveau, wird zu einer immer größeren Belastung für die US-Wirtschaft. Ein breites Bündnis angeführt von der Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) will dieser Niedriglohnstrategie nun einen Stein in den Weg legen: Den Call Center Worker and Consumer Protection Act, ein Gesetz zum Schutz von Beschäftigten und Konsumenten.

Offiziellen Angaben zufolge haben die größten US Unternehmen seit dem Jahr 2000 rund 2,9 Millionen Stellen in den USA gestrichen während 2,4 Millionen an ausländischen Standorten neu geschaffen wurden. In den letzten sechs Jahren wurden allein eine halbe Millionen Call-Center-Jobs gestrichen.

Dazu beigetragen hat auch T-Mobile. 3.300 Beschäftigte verloren ihre Stelle als das Unternehmen Mitte des Jahres sieben Call-Center schloss. Ein Großteil der Arbeit wird nun an ausländischen Standorten erledigt. In den meisten Fällen gaben die betroffenen Kommunen zuvor finanzielle Unterstützung für die Ansiedelung der nun verlassenen Standorte.

Der Call Center Worker and Consumer Protection Act soll verhindern, dass Unternehmen, die der US-Wirtschaft und den Beschäftigten mit ihrer Niedriglohnstrategie Schaden zufügen, auch noch mit Steuergeldern unterstützt werden.

Unternehmen, die Call-Center ins Ausland verlagern, sollen demnach keinen Anspruch mehr auf staatliche Kredite und Wirtschaftsförderung haben. Zudem sollen Kunden und Konsumenten künftig bei jedem Anruf über den Standort des Call-Centers informiert werden und das Recht haben, in US-Call-Center überstellt zu werden.

Mehrere Kongressabgeordnete unterstützen den Gesetzvorschlag bereits aktiv. Ob er im Kongress mehrheitsfähig ist, wird sich noch zeigen. Würde man die US-amerikanischen Wähler/-innen direkt über den Gesetzesvorschlag abstimmen lassen, hätte er wohl sehr gute Chancen durchzukommen. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind 78 Prozent gegen den Betrieb von Call-Centern im Ausland.

Am Ende würde das Gesetz auch die Unternehmen vor Fehlentscheidungen schützen. Denn Outsourcing spart allenfalls kurzfristig Geld. Langfristig steigen die Kosten meist sogar. Der Managementaufwand nimmt zu, Qualitätsverluste haben meist eine erhöhte Zahl an Reklamationen zur Folge und die Kundenzufriedenheit sinkt.

Mehr zum Thema: „Kritik an T-Mobile wegen Outsourcing reißt nicht ab“