Deutsche Telekom lehnt Vermittlungsbemühungen ab

18. Juli 2013: WASHINGTON, DC - Fast zwei Jahre nachdem die amerikanische Gewerkschaft Communications Workers of America, ver.di und die globale Gewerkschaftsorganisaiton UNI Global Union eine Beschwerde über Arbeitspraktiken der Deutschen Telekom / T-Mobile USA in den USA eingereicht haben, veröffentlichte das US Außenministerium eine abschließende Beurteilung. In Wahrnehmung seines Auftrags hatte sich das Außenministerium darum bemüht, aufzuklären, inwiefern das Unternehmen die Arbeitnehmer in den USA einschüchtert und in das Recht auf gewerkschaftliche Vertretung eingreift.

Die Deutsche Telekom hat sich dazu entschieden, so die Feststellung des US-Außenministeriums, nicht an der Mediation teilzunehmen. Im Zuge der Vermittlungsgbemühungen zweifelte die Deutsche Telekom indes die Rolle der US-Regierungsbehörde ebenso an wie die Beteiligung der Nationalen Schlichtungsstelle selbst.

Das Verfahren in besondern Fällen

Die Beschwerde wurde gemeinsam von CWA, ver.di und UNI Global Union am 12. Juli 2011 im Rahmen der OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen eingereicht. In der Beschwerde werden gegenüber T-Mobile USA, Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, eine Reihe schwerwiegender Verstöße gegen Grundsatz IV erhoben.
Angeklagt wurden:

  • die systematische Anwendung von Taktiken der Gewerkschaftsvermeidung und
  • die Verfolgung aggressiver Strategien, um Mitarbeiter von einer Gewerkschaftsmitgliedschaft abzubringen sowie
  • die kontinuierlichen Anstrengungen des Unternehmens, in die Arbeitnehmerrechte ihrer Mitarbeiter einzugreifen.

Die amerikanische Nationale Kontakstelle (NKS) ist im US Außenministeriums angegliedert und dafür zuständig, solche Konfliktfälle aufzuklären und deren Behebung zu unterstützen. Bereits im November 2012 stellte die NKS fest, dass „die aufgeworfenen Fragen der Parteien gerechtfertigt seien und einer weiteren Prüfung nach den Leitlinien bedürfen und bot ihre guten Dienste an, um zu einer positiven Lösung dieser Probleme im Rahmen der Wirksamkeit der Leitlinien beizutragen." Die NKS „empfahl auch die Mediation durch eine Drittpartei unter der Schirmherrschaft der Nationalen Schlichtungsstelle FMCS“.

Konfliktaustragung in globalen Unternehmen

Mehr als 40 Regierungen auf der ganzen Welt haben sich auf die Leitlinien als eine Reihe von Best Practices für multinationale Unternehmen geeinigt und haben multinationale Unternehmen ermuntert, den Leitlinien in ihren globalen Operationen nachzukommen. Die Deutsche Telekom behauptet in ihrem Corporate Social Responsibility-Bericht sogar, dass ihre konzernweite Sozialcharta zum Teil auf den Leitlinien basiert.

CWA würdigt die Anstrengungen der Regierung der Vereinigten Staaten in ihrem Versuch, die vorgebrachten Probleme zu beheben. Es ist bedauerlich, dass die Deutsche Telekom sich entschieden hat, nicht an dem Mediationsverfahren teilzunehmen. CWA, verdi und UNI Global Union erhalten ihre Vorwürfe aufrecht. Seitens der Deutschen Telekom gibt es keine Bestrebungen, etwas zu verändern.

Eine Kopie der Beurteilung des Außenministeriums finden Sie hier (PDF).