“Die Arbeit ist nicht das Problem, sondern das Management”

9 March 2011: Keeley Mosley war von 2010 bis Januar 2011 neun Monate lang in der Kundendienstabteilung des Callcenters von T-Mobile in Oakland, Maine, tätig. Als sie Interesse an einer Gewerkschaft bekundete, waren ihre Karriereaussichten zu Ende.

Keeley Mosley war, als sie bei T-Mobile anfing, weder für noch gegen Gewerkschaften. Die Bezahlung war nicht schlecht und sie war beeindruckt von ihrem anfänglichen achtwöchigen Schulungskurs.

Der mit viel Stress verbundene Job und die grobe Behandlung durch ihre Vorgesetzten gingen jedoch nicht spurlos an ihr vorüber. “Es hat mich langsam fertiggemacht”, berichtet Mosley. Ihre Kolleginnen und Kollegen litten ebenfalls. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechselten häufig, sowohl freiwillig als auch unfreiwillig. Die Vorgesetzten bevorzugten bestimmte Beschäftigte. Die Erfüllung widersprüchlicher Normen für die Beantwortung von Anrufen war so gut wie unmöglich. Trotz der anfänglich guten Schulung wurden die Beschäftigten später außer mit einem Merkblatt ohne weitere Anleitungen mit neuer Ausrüstung, neuen Produkten und Dienstleistungen konfrontiert. Und als T-Mobile sie unter Verkaufsdruck setzte, hatten sie keinerlei Schulung erhalten, wobei es ihnen allerdings angekreidet wurde, wenn sie keine guten Ergebnisse erzielten.

Mosley war zudem durch die Art und Weise beunruhigt, in der das Unternehmen Gewerkschaften schlechtmachte, wenn CWA-Organisatoren mit den Beschäftigten sprachen, was zum ersten Mal geschah, als sie noch in der Schulungsphase war.

“Es hörte sich sehr gewerkschaftsfeindlich an”, berichtet sie. “In etwa so: ‘Wenn eine Gewerkschaft erst einmal in einem Betrieb ist, muss bei sämtlichen Unterweisungen, bei allen Besprechungen über die Leistungen der Mitarbeiter ein Gewerkschaftsmitglied zugegen sein, wodurch verhindert wird, dass Ihr die Rückmeldungen bekommt, die Ihr braucht, um Eure Leistungen zu verbessern. Wenn Ihr Euch für eine Gewerkschaft entscheidet, wird sie Eure Gesundheitsleistungen abschaffen und etwas anderes aushandeln.’”Ich wusste eigentlich überhaupt nichts über die Gewerkschaft oder über ihre Absichten. Ich denke, viele glaubten leider ganz einfach, was die Vorgesetzten sagten, weil sie uns schließlich acht Wochen lang betreut und geschult hatten. Es war definitiv eine sehr einseitige Diskussion", stellt sie fest.

Mosley war ungewöhnlich mutig und beschloss, die Gewerkschaft zu unterstützen und sogar ein CWA-Schild in ihrem Arbeitsbereich anzubringen. Sie sollte eigentlich befördert werden, aber "von da an war ich ihnen nicht mehr genehm.” Im Januar 2011 verließ sie T-Mobile und trat eine neue Stelle an, aber die Organisierungsarbeit unterstützt sie weiter.

Ihrer Ansicht nach würde eine Gewerkschaft den Beschäftigten vor allem mehr Arbeitsplatzsicherheit geben und ihren Stress etwas abbauen. “Ich glaube wirklich, dass es wesentlich besser für das Callcenter wäre, wenn wir eine Gewerkschaft hätten.”