Die Solidaritätsarbeit geht weiter

Der Ausbau der TU-Partnerschaften geht voran.

8. Dezember 2014: Die Zusammenarbeit zwischen den Kolleginnen und Kollegen in den USA und in Deutschland wurde 2014 weiter vertieft. Mit der Gründung weiterer Partnerschaften wurde die Solidaritätsarbeit verstetigt.

Im Jahr 2014 wurden die in den vergangenen Jahren gegründeten Partnerschaften zwischen Belegschaften deutscher und amerikanischer Betriebe fortgesetzt. Die KollegInnen der DTKS Nord erhielten im Mai Besuch von ihren Partnern aus Charleston, South Carolina. In den Betrieben des Kundenservice (DTKS) und des Handels (TSG) wurden weitere, neue Partnerschaften gegründet. Und in der DTKS Region West wurde in Brühl eine neue Partnerschaft mit TU-Kollegen in Springfield, Missouri, gegründet, und erste Treffen fanden im Sommer statt. Im Bereich Handel der Telekom wurden die 2013 gegründeten Partnerschaften der TSG Region West fortgeführt, und im Frühjahr 2014 wurden in vier weiteren Regionen der TSG (Mitte, Nord, Ost, Süd) neue Organzing-Partnerschaften gegründet. Vier Gruppen der TSG-Kolleginnen und Kollegen reisten im Herbst in die USA. Bei ihren Partnern in Albuquerque, Chicago, Denver und Los Angeles haben sie die Organisierung der TU vor Ort unterstützt.

„Du bist aus Deutschland, echt?! Wow.“

Gemeinsam mit hauptamtlichen Gewerkschaftern der CWA und mancherorts begleitet von CWA-Mitgliedern, die beim Telefonunternehmen AT&T arbeiten, gingen die „TSGler“ in die Shops, um mit den US-Kollegen ins Gespräch zu kommen. Während auf den ersten Blick vieles ähnlich aussah, wurde in Gesprächen schnell klar: in den USA läuft so manches anders als zuhause. Arbeitsschichten sind erst sehr spät bekannt, die Bonus-Systeme schwer zu durchschauen, und Stehhilfen gibt es auch nicht. Dass und wie diese Punkte in Arbeitskämpfen verbessert wurden, erzählten die TSG-KollegInnen gerne.

Bei den Besuchen waren viele der Shopangestellten daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, was eine Gewerkschaft in einem Betrieb leisten kann. Einflussmöglichkeiten bei der Schichtplanung, geregelte Arbeitszeiten und natürlich auch Kündigungsschutz waren für sie interessante Themen, über die sie von den verdi-Mitgliedern mehr wissen wollten. Spannend war für die Shopangestellten, dass Leute, die im gleichen Konzern arbeiten, sich für ihre Arbeitsbedingen interessieren und sich auf den weiten Weg gemacht haben, um sich mit ihnen darüber zu unterhalten und um die US Beschäftigten zu unterstützen.

„Betteln und hausieren verboten.“

Gänzlich unvorstellbar war für die Besucherinnen aus Deutschland allerdings eine Szene, die sich ihnen in einem Shop in Los Angeles bot: dort wurde die Gewerkschaftsgruppe vom Manager erkannt und – mit Verweis auf ein Schild, das in den USA in allen Shops hängt – rausgeworfen: „Betteln und hausieren verboten!“, steht dort zu lesen. Gewerkschafter und Bedürftige sind in den Shops unwerwünscht. Ein Umgang mit Arbeitnehmerrechten bei T-Mobile, den die KollegInnen der TSG nicht hinnehmen wollen. Sie werden die KollegInnen der T-Mobile weiter mit allen Kräften unterstützen.

Urlaubszeit ist Aufbauzeit – Solidarität der deutschen KollegInnen

Mit der Partnerschaftsarbeit wird der weitere Aufbau der TU, der Organisation der T-Mobile-Beschäftigten, unterstützt. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Kolleginnen und Kollegen aus den deutschen Betrieben: Für diese Solidaritätsarbeit stellten alle Beteiligten eine Woche ihres Jahresurlaubs zur Verfügung.

Die begonnene Arbeit wird 2015 fortgesetzt und vertieft, um die Kolleginnen und Kollegen in den USA dabei zu unterstützen, dass sie ihr Ziel erreichen, angstfrei für ihre Interessen am Arbeitsplatz eintreten zu können.