Die Welt schaut zu: Internationale Gewerkschaften starten T-Mobile-Kampagne

CWA-Pressemitteilung

4. März 2011: Als die amerikanische Kommunikationsarbeitergewerkschaft CWA und die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, die zwei Millionen Beschäftigte vertritt, darunter auch Telekommunikationsbeschäftigte bei der Deutschen Telekom und bei T-Mobile, die Gründung der TU bekannt gaben, wurde damit ein kühner und innovativer Schritt getan und eine globale Gewerkschaft ins Leben gerufen, die sich dafür einsetzt, die Diskriminierung der Beschäftigten von T-Mobile USA und anderen Tochterunternehmen der Deutschen Telekom zu beenden. T-Mobile-Beschäftigte beider Länder sollten Mitglied bei der TU werden und gemeinsam ein deutliches Mitspracherecht bei dem Unternehmen haben.

Seither sind Tausende deutsche T-Mobile-Beschäftigte für ihre Kolleginnen und Kollegen in den USA eingetreten und haben die Deutsche Telekom aufgefordert, ihren Doppelstandard zu beenden, d.h. die Achtung der Arbeitnehmerrechte in Europa bei gleichzeitiger völliger Ablehnung in den USA.

Jetzt hat sich die ganze Welt der Kampagne angeschlossen. Die globale Gewerkschaftsbewegung, der Internationale Gewerkschaftsbund, hat den Start einer groß angelegten weltweiten Kampagne bekannt gegeben, um die Deutsche Telekom dazu zu veranlassen, die gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung zu beenden und den Beschäftigten von T-Mobile USA das Recht auf einen Gewerkschaftsbeitritt zuzugestehen.

Die Deutsche Telekom hat sich wiederholt geweigert, der gewerkschaftsfeindlichen Kampagne von T-Mobile USA ein Ende zu setzen. „Wir erwarten Besseres von der Deutschen Telekom“, erklärte IGB-Generalsekretärin Sharan Burrow. „Das Unternehmen hat Niederlassungen in rund 50 Ländern und erkennt die Gewerkschaften der dortigen Beschäftigten größtenteils an. Nicht jedoch in den USA, dort verstößt das Unternehmen massiv gegen Neutralitätsanforderungen und versucht, die Gewerkschaften aus den Betrieben herauszuhalten. Wir verlangen von der Deutschen Telekom nichts weiter als die Achtung der grundlegenden Rechte all seiner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit, im Einklang mit internationalen Rechtsnormen.“

T-Mobile ist derart entschlossen, seine Beschäftigten an einem Gewerkschaftsbeitritt zu hindern, dass das Unternehmen auf die Dienste von US-amerikanischen Beratern zurückgegriffen hat, die auf die Zerschlagung von Gewerkschaften spezialisiert sind. Es hat Beschäftigte eingeschüchtert und schikaniert und Gewerkschaftssympathisanten sogar entlassen. Detaillierte Belege für seine gewerkschaftsfeindliche Kampagne wurden im vergangenen September in einem Sonderbericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch veröffentlicht. In dem Bericht wird im Einzelnen beschrieben, wie einige europäische Multis aggressive Kampagnen durchgeführt haben, um zu verhindern, dass ihre Beschäftigten in den USA Gewerkschaften beitreten oder Tarifverhandlungen führen, womit sie gegen internationale Normen und häufig gegen das US-Arbeitsrecht verstoßen haben.

„Unsere Botschaft an die Deutsche Telekom lautet: Wir haben genug von dieser Doppelmoral: Kooperation in Deutschland und Intoleranz in den USA. Die internationale Gewerkschaftsbewegung erwartet Besseres. Wir erwarten, dass sich die Deutsche Telekom an die von ihr in Deutschland gesetzten Normen hält und die Arbeitnehmerrechte respektiert“, erklärte CWA-Präsident Larry Cohen.
„Jetzt, wo die ganze Welt auf die Deutsche Telekom blickt, wissen wir, dass die Beschäftigten von T-Mobile USA die Gewerkschaftsvertretung bekommen werden, die sie wollen“, erklärte er.

Ado Wilhelm, der bei ver.di für den Mobiltelefonbereich zuständig ist, erklärte: „Die Deutschen sind schockiert darüber, dass ein Flaggschiff-Unternehmen wie die Deutsche Telekom eine derartige gewerkschaftsfeindliche Diskriminierung und ein solches Fehlverhalten duldet.“

In dieser Woche werden Plakatwände und andere öffentliche Werbeflächen genutzt werden, um die Kampagne in Städten zu untermauern, in denen T-Mobile USA Niederlassungen hat, u.a. in Richmond, Virginia, Allentown, Pennsylvania, Salem, Oregon, und anderswo.