Facebook-Flashmob: Telekom-Seiten mit Kritik überflutet

26. November 2012: Über 600 Facebook-Nutzerinnen und – nutzer aus Deutschland beteiligten sich am Donnerstag, 22.11. an einem Facebook-Flashmob auf den verschiedenen Seiten der Deutschen Telekom, wo sie ihren Protest gegen die unfaire Behandlung der Beschäftigten von T-Mobile in den USA in Gedichtform (siehe oben) ausdrückten.

Gleichzeitig fand eine parallele Aktion in den USA statt, wo NutzerInnen ebenfalls Kommentare, ein Gedicht und ein Video auf den Seiten der Telekom-Tochter T-Mobile platzierten.

Sogar schon vor dem geplanten Beginn um 16 Uhr in Deutschland und 10 Uhr in den USA (EST) waren die Seiten der Telekom voll von Kommentaren, in denen auf die unhaltbaren Zustände bei T-Mobile USA hingewiesen wurde.
Mit dem offiziellen Beginn wurden die Seiten regelrecht mit Kommentaren und Beiträgen geflutet. Zwei Stunden später wurden bereits fast 1.000 Posts gezählt. Zahlreiche NutzerInnen änderten ihr Profilbild in eines der Logos der Aktion, so dass auch visuell der Protest überdeutlich wurde.

In den USA beteiligten sich ebenfalls hunderte an der Aktion, viele mit eigenen Kommentaren. Tausende sahen das Video der CWA aus Anlass des Feiertages Thanksgiving. Als Betreiber der Seiten bestätigte T-Mobile einmal mehr seine Auffassung von Meinungsfreiheit: Auf www.facebook.com/TMobile wurden alle Kommentare sofort gelöscht und die NutzerInnen für weitere Kommentare gesperrt.

Doch auch so wurde die Nachricht deutlich, insbesondere auf den deutschen Telekom-Seiten: We Expect Better, oder Wir Erwarten Besseres von der Deutschen Telekom!

Hintergrund der Aktion ist die andauernde Weigerung des T-Mobile und Telekom-Managements, die gewerkschaftsfeindliche Haltung des Unternehmens in den USA zu revidieren und den MitarbeiterInnen endlich eine faire Chance auf eine Stimme am Arbeitsplatz und organisierte Interessenvertretung einzuräumen.

Im Aufruf zum Flashmob hieß es deswegen: „Das Management der Deutschen Telekom stellt sich taub gegenüber der Forderung, den Beschäftigten in den USA endlich fairen Zugang zu gewerkschaftlicher Interessenvertretung einzuräumen. Deswegen geht unser Protest jetzt auch online, und wir bitten Euch, dabei mitzuhelfen!“
Besonders aktiv in der Mobilisierung für den Flashmob waren die VertreterInnen der ver.di-Jugend und der Auszubildendenvertretungen. Die Gewerkschaft CWA übermittelte ihnen dafür ihren ausdrücklichen Dank.

Der Spiegel hatte kürzlich unter Bezugnahme auf ein Dossier von ver.di und ihrer Schwestergewerkschaft CWA ausführlich über die Vorwürfe gegen die Telekom berichtet. Im Laufe der nächsten Wochen werden zahlreiche Videos und Textdokumente auf der Seite www.wirerwartenbesseres.de weitere Einblicke in den Arbeitsalltag bei T-Mobile USA gewähren.

Es ist nun an der Zeit für das Telekom-Management, auf die Forderungen der Gewerkschaften, ihrer Mitglieder, und zahlreicher Aktiver aus Basisbewegungen zu reagieren.