“Ich hatte ständig Panikattacken und bekam zwei kleine Herzinfarkte”

30. November 2012: Angelia Swanson war als Kundendienstbeauftragte zwischen Juni 2005 und Juni 2012 im Call Center von T-Mobile in Nashville, Tennessee, für die Kundenbindung zuständig. Anfangs waren die Arbeitsbedingungen gut und ihre guten Leistungen wurden anerkannt. Mit der Zeit nahmen Stress und Angst zu und wurden eine immer größere Belastung.

“Ich war viele Jahre lang hervorragend in meiner Arbeit und nun bin ich plötzlich aufs untere Niveau abgestuft. Du bist immer noch dieselbe Person und machst immer noch deine Arbeit; nun aber auf unterer Ebene.”

Elf Monate lang hatte sie sogar den “Power player” gewonnen – eine monatliche Auszeichnung für Beschäftigte, die bestimmte Kriterien erfüllen oder übertreffen. Ihre Erfolgsserie wurde durch eine Halsentzündung unterbrochen, die sie zwang, einige Tage der Arbeit fern zu bleiben.

Ihre Bewertung viel von der höchsten Stufe auf die niedrigste ab. “Ich haben mich sehr angestrengt, wieder eine Top-Mitarbeiterin zu werden. Aber keiner kann mir sagen, warum ich keine mehr sein soll. Einer der Coaches hörte einen Anruf mit. Ich bestand alle Kontrollen bestehen und trotzdem bekam ich nur drei Punkte. Ich fragte, ‚warum ich nicht vier?’ Worauf sie sagten: ‘du könntest etwas mehr Pep in deine Gespräche legen.’ Und ich habe nicht versucht zu verkaufen. Und ich denke, warum sollte ich? Die Kundin war eine alte Frau und wusste kaum, wie man ein Telefon bedient. Warum sollte ich versuchen, ihr etwas so komplexes wie einen Internet-Service anzudrehen?“, fragt Angelia.

Die Situation verschlimmerte sich weiter. Ich war immer gestresst und hatte ständig Angstattacken. Ich hielt einfach durch, meldete mich keinen Tag krank und hatte keinen Tag FMLA (Anmerkung der Redaktion: Family Medical Leave Act oder unbezahlte Abwesenheit mit Entlassungsschutz zur
Pflege/Betreuung eines Angehörigen). Ich hatte bis zum letzten Jahr meiner
Beschäftigung niemals davon Gebrauch gemacht. Und dann spürte ich die ganze Zeit Schmerzen in der Brust, die so schlimm wurden, dass ich die Notfallstation aufsuchen musste. Sie sagten, ich hätte zwei kleinere Herzanfälle erlitten und ich bekam zwei Gefäßstützen eingesetzt.“ Drei Wochen später ging Angelia wieder zur Arbeit.

“Als ich wieder zurück war, ging alles noch weiter bergab. Ich bekam eine Krankheit nach der anderen. Ich hatte dauernd Panikattacken und der Arzt sagte, dass sich die Panikattacken auf mein Herz auswirken würden. Und
ich fürchtete, ich könnte einen weiteren Herzinfarkt bekommen.“Angelia beantragte schließlich mithilfe ihrer Ärzte die Zahlung von Krankengeld durch T-Mobile. Im Juni wurde sie entlassen, da sie ihre Arbeit nicht wieder aufnahm.

“Ich fühlte mich plötzlich besser, obwohl ich wusste, dass ich nie mehr zurückkehren konnte. Davon hatten mir meine Ärzte dringend abgeraten. Der Stress wäre zu groß und angesichts meiner Herzprobleme zu gefährlich gewesen.