John Legere: Wer ist der neue an der Spitze von T-Mobile USA?

2. Oktober 2012: Nach rund drei Monaten unter dem Interimschef Jim Alling hat T-Mobile USA mit John Legere einen neuen Hauptgeschäftsführer. In einer Videobotschaft stellt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann, den neuen CEO als einen „gewissenhaften Manager“ vor.

Legere, der seit über 30 Jahren in der Kommunikationsbranche tätig ist, habe eine „Leidenschaft“ dafür, „Unternehmen umzubauen, um sie für Kunden und auch Mitarbeiter besser zu machen“, so Obermann auf TmoNews, einem nach eigenen Worten „inoffiziellen T-Mobile Blog“.

Auf welche Weise er das Unternehmen nun umbauen wird und ob die Beschäftigten davon profitieren, ist noch nicht klar. Wird er Stellen abbauen und aktiv versuchen, Gewerkschaften zu verhindern, wie sein Vorgänger Philipp Humm? Humm hatte im vergangenen Juni nach nicht einmal zwei Jahren als CEO (Chief Executive Officer) bei T-Mobile USA seinen Posten aufgegeben, um nach Europa zum Konkurrenten Vodaphone zu wechseln.

Zumindest was den Erhalt von Arbeitsplätzen angeht, gibt Legeres Lebenslauf durchaus Anlass zur Beunruhigung. In seinen Jahren im Spitzenmanagement des US-Konkurrenten AT&T war er unter anderem für die weltweiten „Outsourcing“-Aktivitäten verantwortlich.

Was den Umgang mit Gewerkschaften angeht ist Legere bisher ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. In seiner Video-Botschaft erklärt Obermann, die Wahl sei auch wegen seiner „wettbewerbsorientieren Einstellung“ auf Legere gefallen. Der 54-Jährige habe es zu seinem Ziel erklärt, T-Mobile zum führenden Anbieter für mobile Kommunikation zu machen. Ob er dieses Ziel durch weitere Kostensenkungen zulasten von Beschäftigten und Kunden oder durch eine Verbesserung von Produkt und Image erreichen will, bleibt abzuwarten.

Die US-Gewerkschaft CWA hofft, dass Legere die über ein Jahrzehnt verfolgte Strategie der Gewerkschaftsvermeidung beendet und es künftig den Beschäftigten selbst überlassen bleibt, ob sie sich organisieren wollen.