Kritik an T-Mobile wegen Outsourcing reißt nicht ab

23. August 2012: Die Outsourcing-Strategien von T-Mobile und anderen US-Unternehmen steht weiterhin in der Kritik. Der demokratische Senator Bob Casey aus Pennsylvania warb auf einer Pressekonferenz in Allentown am 20. August für ein Gesetz, das die Verlagerung von Jobs ins Ausland erschweren soll.

Der Senator argumentierte, dass Unternehmen, die Arbeitsplätze in andere Länder verlagern, keine öffentliche Förderung und Kredite mehr erhalten sollten, und sagte „Es muss positive und negative Anreize geben, damit sich Unternehmen eine solche Entscheidung zweimal überlegen (Video auf Englisch).

Auf der Pressekonferenz sprach auch ein ehemaliger Beschäftigter des im Juni geschlossenen Call-Centers der Telekom in Allentown, Barry Lagler. „Es geht hier um die Lebensgrundlage der Leute. Die ist vollkommen auf den Kopf gestellt worden“, kommentierte er die Folgen für die Beschäftigten. Einigen sei zwar vorgeschlagen worden, an andere Standorte zu wechseln, für die meisten war das jedoch völlig unrealistisch. Lagler: „Ich hätte umziehen können, aber ich bin hier fest verwurzelt“.

Für Lagler war es schockierend, dass T-Mobile leugnete, die Jobs ins Ausland verlagert zu haben. Dabei hatten Manager den Beschäftigten vor der Schließung Präsentationen gezeigt, in denen die neu ausgebildeten philippinischen Beschäftigten zu sehen waren, die die Arbeit übernommen haben.
Das Abstreiten der Verlagerung brachte T-Mobile USA und dem Mutterunternehmen Deutsche Telekom auch in Deutschland Kritik ein (siehe Spiegel Online und Süddeutsche Zeitung).

Denn wegen Outsourcing Entlassenen stehen in den USA bestimmte staatliche Hilfsleistungen zu, die die T-Mobile-Beschäftigten somit fast nicht bekommen hätten. Am Ende konnte die Gewerkschaft CWA jedoch durchsetzen, dass der Antrag auf „Trade Adjustment Assistance“, der solche Hilfsleistungen vorsieht, positiv beschieden wurde.

„Ich danke Gott für die CWA“ sagte Lager. „Einige der Kolleginnen hatten Babies. Andere hatten ein Haus gekauft. Jetzt haben sie ein bisschen mehr Hoffnung für die Zukunft.“