Kundenbetrug bei T-Mobile US in Millionenhöhe?

28. Juli 2014: Die US-Wettbewerbsbehörde FTC hat T-Mobile US Anfang Juli wegen Kundenbetrugs angeklagt. Die US Tochter der Telekom habe Zusatzdienste von Drittanbietern wie SMS-Nachrichten mit Horoskopen, Flirt-Tipps oder Promi-Klatsch in Rechnung gestellt, die Kunden gar nicht bestellt hätten, heisst es in der Klage.

Diese Praxis wird in den USA „cramming“ (stopfen) genannt. Für diese nicht autorisierten Dienste berechnete das Unternehmen im Schnitt 9,99 Dollar oder mehr im Monat, von denen T-Mobile dann im Gegenzug 35-40% erhalte. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, nicht gegen diese Praxis vorgegangen zu sein, selbst nachdem viele Kunden sich beschwert hatten. „Die Geschäftspraktiken von T-Mobile US haben den Verbrauchern Schaden in Millionenhöhe zugefügt.“ heisst es in der Klageschrift.

Ver.di und die CWA haben das Unternehmen bereits im Januar 2013 davon in Kenntnis gesetzt, dass Manager die Beschäfigten dazu anweisen, nicht autorisierte Posten zu Kundenaccounts hinzuzufügen um den Verkauf anzukurbeln. Das Unternehmen weigerte sich auf die grundliegenden Probleme einzugehen und kündigte stattdessen Beschäftigte, die von ihren Vorgesetzten aufgefordert wurden, Kunden zu hintergehen.

Im Juni 2013 hat ein ehemaliger T-Mobile Beschäftigter, der aufgrund dieser Praxis gekündigt wurde, auf der Hauptversammlung der T-Mobile US den ehem. DT CEO Obermann und TMUS CEO Legere direkt auf diese „cramming“ Praxis hingewiesen und vor den schwerwiegenden Folgen gewarnt. Offensichtlich wurden diese Warnungen ebenfalls ignoriert.

Nun ist die Wettbewerbsbehörde eingeschritten und hat T-Mobile wegen Kundenbetrugs in Millionenhöhe verklagt. Es ist derzeit noch unklar, ob die betrogenen Kunden die unrechtmäßig abgezogenen Beträge erstattet bekommen.