„Lassen Sie nicht zu, dass die Angst regiert.“

25. Mai 2012: Auf der Aktionärsversammlung der Deutschen Telekom in der Köln Arena, ging es heute nicht nur um Dividenden. Kornelia Dubbel, Betriebsrätin der Deutschen Telekom und Blake Poindexter, Organizer der US-Gewerkschaft CWA und ehemaliger T-Mobile USA gingen in ihren Reden vor über fünftausend Zuhörern ausführlich auf die Situation beim amerikanischen Tochterunternehmen der Telekom ein.

Blake Poindexter sprach über eine verfehlte Politik des Offshoring und grundlegende Arbeitsrechtsverletzungen bei T-Mobile USA: „Bei den Kollegen und Kolleginnen in den Call-Centern in den USA geht die Angst um. Sie haben Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren, Angst vor willkürlichen Disziplinarmaßnahmen, sie haben Angst von der Gewerkschaft auch nur ein Flugblatt anzunehmen", so Poindexter.

In seiner Rede (siehe unten) wandte er sich direkt an René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom: „Lassen Sie nicht zu, dass die Angst regiert. Gewerkschaften können den Beschäftigten Schutz bieten. Eine Stimme am Arbeitsplatz gibt zumindest ein gewisses Maß an Sicherheit. Herr Obermann, werden Sie auf das US-Management einwirken, sich gegenüber Arbeitnehmervertretungen neutral zu verhalten und Anerkennungswahlen nicht zu behindern?“

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen in Deutschland kritisierte auch Kornelia Dubbel die vermeintlichen Kosteneinsparungen in den USA und appelliert an das Unternehmen, den Imageschaden ernst zu nehmen, den der Umgang mit den Beschäftigten in den USA auslöst. In ihrer Rede appelierte sie an das Management: „Deutsche Unternehmen sollten im Ausland mit besonders sozialen und anständigen Strukturen Beispiele geben, aber nicht mit Verhaltensweisen, die wir hier in Deutschland bei der Deutschen Telekom nie zulassen würden.“

Marion Schick, Personalvorstand und neue Arbeitsdirektorin der Deutschen Telekom, ging ausführlich auf die Fragen bezüglich der Arbeitsrechtsverletzungen in den USA ein.

Für Blake war dies ein aufregender Tag: „Als ich da oben stand, hatte ich Angst die Aktionäre wollen von alle dem nichts hören und könnten mich ausbuhen, aber das Gegenteil geschah und ich erntete großen Beifall. Nach meiner Rede kam der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und Lothar Schröder von ver.di direkt auf mich zu und gratulierten mir zu meiner Rede. Das hat mir Mut gegeben. Und, ich habe sogar kurz mit René Obermann gesprochen. Ich hoffe wirklich, das endlich ein Umdenken stattfindet.“

Um ein solches Umdenken voranzutreiben, startete am gleichen Tag eine globale Online-Petition für Organisationsfreiheit bei T-Mobile USA.

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Das Manuskript der Rede von Blake als PDF