Maiaktion: »Stoppt die Gewerkschaftsverhinderung bei T-Mobile US!«

Telekombeschäftigte in Deutschland fordern den Vorstand auf zu handeln.

1. Mai 2015: In ver.di organisierte Beschäftigte und Betriebsräte der Deutschen Telekom haben an mehreren Tagen Aktionen zur Unterstützung der US-Kolleginnen und Kollegen durchgeführt. Ein erster Höhepunkt waren die DGB-Veranstaltungen zum 1. Mai. Die Hauptforderung ist und bleibt: Beendet die Gewerkschaftsverhinderung bei T-Mobile US!

Dass es in diesem Kontext wiederholt zu Rechtsverstößen gekommen ist, stellte im März ein Gerichtsurteil fest.

Schuldig! Rechtsverstoß bei T-Mobile

Das Unternehmen T-Mobile US wurde vom höchsten Arbeitsgericht der USA schuldig befunden, in 11 von 13 Anklagepunkten gegen das Arbeitsrecht verstoßen zu haben. Darunter fallen Arbeitsanweisungen, die rechtswidrig sind, weil sie den Beschäftigten Schweigeverpflichtungen auferlegen, die sie in ihrer Redefreiheit behindern. Das Gericht erteilte die Auflage, diese Arbeitsanweisungen zurückzunehmen, da sie dazu geeignet sind, die Beschäftigten davon abzuhalten, sich gewerkschaftlich zu organisieren.

Die Beschäftigten in Deutschland unterstützen die Kolleginnen und Kollegen in den USA und helfen dabei, das Urteil in Deutschland bekannt zu machen. T-Mobile hat zwischenzeitlich Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Die Betriebsräte der Telekom fragen: warum lässt der hiesige Vorstand es zu, dass das US-Unternehmen, das zu großen Teilen der Deutschen Telekom gehört, nicht dazu bereit ist, mit Gewerkschaften zu sprechen? Warum lässt der Vorstand zu, dass gesetzeswidrige, gewerkschaftsfeindliche Unternehmenspraktiken aufrecht erhalten werden? Warum wird von Deutschland aus zugelassen, dass im US-Unternehmen weiter auf die Einschüchterung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gesetzt wird?

Das US-Unternehmen verwehrt den Kolleginnen und Kollegen ihre Stimme im Betrieb, als Protest dagegen ließen die Beschäftigten und Betriebsräte der Telekom in Deutschland ihre Stimme laut und vernehmbar hören:

»Ahoi, Mitbestimmung!«

Möglichst viele Menschen sollen über das Gerichtsurteil informiert werden, so die Idee, die in den TU-Partnerschaften entwickelt wurde. Mit Aufkleber und Flugblatt wurde und wird am Rande von Betriebsversammlungen und Kundgebungen zum 1. Mai 2015 informiert.
Den Auftakt machten Ende April die in ver.di organisierten Betriebsräte der Telekom Shop Gesellschaft mbH. Am Rande einer Gesamtbetriebsversammlung wurde die Belegschaft über die Missstände bei T-Mobile US informiert und der Aufkleber „Schuldig. Rechtsverstoß bei T-Mobile US“ hat für das Aufhorchen aller Anwesenden - auch den Angehörigen des Managements - gesorgt.

Am Tag der Arbeit beteiligten sich „verdianerInnen“ im ganzen Land an den DGB-Kundgebungen: von den Alpen bis zu Nord- und Ostsee, vom Rhein bis an die Oder verteilten Aktive des verdi-Fachbereichs TK/IT/DV die Flugblätter und Aufkleber und warben mit großer Resonanz für die Petition.

Mit den vergangenen und kommenden Aktionen der ver.di-Mitglieder wird der Forderung Nachdruck verliehen, die gewerkschaftliche Organisierung an den Auslandsstandorten der Telekom nicht weiter zu behindern.