MDB Klaus Barthel: Arbeitnehmerrechte müssen weltweit gelten – Erst recht bei T-Mobile USA!

28. März 2012: Klaus Barthel, Mitglied des deutschen Bundestags, begleitete Ende Februar eine Delegationsreise von ver.di in die USA. Ziel der Delegation war es, mehr über die Ansätze gewerkschaftlicher Organisierung bei T-Mobile zu erfahren.

Während des einwöchigen Aufenthalts sprachen die Mitglieder der Delegation mit insgesamt 25 Beschäftigten von T-Mobile in Washington D.C., Nashville (Tennessee) und Frisco in der Nähe von Dallas in Texas. Nach seiner Rückkehr veröffentlichte Klaus Barthels folgende Pressemitteilung:

24.02.12: Arbeitnehmerrechte müssen weltweit gelten

Arbeitnehmerrechte müssen weltweit gelten – Erst recht bei T-Mobile USA!

Zu den Ergebnissen seiner USA-Reise in dieser Woche erklärt der stv. wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher der AG Weltwirtschaft MdB Klaus Barthel:

So kann Globalisierung nicht aussehen - Telekom-Vorstand und Hauptanteilseigner Bund müssen die arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlichen Praktiken bei T-Mobile USA sofort beenden!

T-Mobile USA, 100%-ige Tochter der Deutschen Telekom (DTAG) gebärdet sich in den USA als Speerspitze der Anti-Gewerkschafts-Bewegung. Zusammen mit den fundamentalistischen Kräften der Republikanischen Partei läuft derzeit eine massive Kampagne, um das Rad der Geschichte bei den Arbeitsrechten noch weiter zurück zu drehen und die Gewerkschaften komplett auszuschalten. Ausgerechnet T-Mobile marschiert mit schlechtestem Beispiel voran: Beschäftigte werden eingeschüchtert und drangsaliert, Gewerkschaftsmitglieder gemaßregelt, angeprangert und entlassen. Man muss es erlebt haben, mit welcher geradezu unerschöpflichen Energie und mit frühkapitalistischen Methoden das Management hier vorgeht.
Das geschieht in der Verantwortung einer DTAG, die sich hierzulande gerne als sozialer Muster-Arbeitgeber mit eigener Sozialcharta geriert. Der Image-Schaden für das Unternehmen, aber auch für die Bundesrepublik Deutschland, um deren Rolle als Hauptaktionär man in den USA durchaus weiß, ist erheblich.

Dies geschieht jetzt gerade fortgesetzt in einer Situation, in der sich das Unternehmen nach dem geplatzten Deal mit AT&T auf dem US-Markt völlig neu aufstellen muss und seine Kräfte darauf konzentrieren müsste anstatt sich in Konflikten mit seinen ca. 38.000 Beschäftigten zu verschleißen.

Hier geht es um einen Präzedenzfall: Vorstand und Hauptaktionär Bund sind gefordert, diesen mittlerweile über zehnjährigen Amoklauf endlich und unverzüglich zu beenden. Das Recht, sich in Gewerkschaften zu organisieren, ist Menschenrecht. Dies auch in der Praxis und überall anzuerkennen, ist eine der zentralen Voraussetzungen für eine offene Weltwirtschaft.