Neuordnung auf dem US-Mobilfunkmarkt: Was ändert sich für T-Mobile?

23. Oktober 2012: Auf dem US-Mobilfunkmarkt ist T-Mobile derzeit der viertgrößte Anbieter hinter AT&T, Verizon und Sprint. Nun deutet sich eine Neuordnung an. Nach dem geplatzten Zusammenschluss mit AT&T machte die Deutsche Telekom kürzlich ihr Interesse an einer Fusion der US-Tochter mit dem kleineren Konkurrenten MetroPCS öffentlich. Ob die Operation gelingt, entscheiden die Aktionäre von MetroPCS und die US-Kartellbehörde FCC, an deren Widerstand die Übernahme durch AT&T gescheitert war.

Beobachter rechneten zunächst mit einem Gegenangebot des drittgrößten Mobilfunkanbieters Sprint für MetroPCS. Doch stattdessen kündigte das Unternehmen an, die japanische Softbank wolle Anteile von Sprint erwerben und auf diesem Wege rund 8 Milliarden Dollar investieren.

Der neue Chef der Telekom-Tochter T-Mobile USA John Legere habe im Zusammenhang mit der Fusion erklärt, er sei „sehr optimistisch, dass wir Sprint mittelfristig als drittgrößten Anbieter überholen können“, da das Netz des Konkurrenten „so viel schlechter“ sei. Die Milliardeninvestitionen der Softbank werden Sprint jedoch neue Möglichkeiten eröffnen, seine Angebote und Netze auszubauen.

MetroPCS setzt vornehmlich auf Prepaid-Angebote. Nach einem Zusammenschluss mit T-Mobile USA könnte das neue Unternehmen versuchen, Prepaid-Kunden für feste Verträge zu gewinnen. Dafür müssten diese dem Unternehmen und dessen Leistungen vertrauen. „Kundenzufriedenheit wird entscheidend sein“, zitiert das Manager Magazins Experten des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens IDC Research.

Was bedeutet die Fusion mit MetroPCS für Unternehmen und Beschäftigte?
Mit der Fusion von T-Mobile USA und MetroPCS würde eine neue Aktiengesellschaft entstehen. Die Deutsche Telekom hätte als Anteilseigner die Möglichkeit flexibler neues Kapital aufzubringen, abzuziehen oder sich gegebenenfalls sogar ganz aus dem Unternehmen zurückzuziehen.

Als Aktiengesellschaft müsste T-Mobile-MetroPCS ungeduldige Investoren an der Wall Street in jedem Quartalsbericht von der Stärke des Unternehmens überzeugen. Das könnte den Druck auf die Personalkosten erhöhen und zu einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsbedingungen führen. Dieser Effekt könnte durch die stärkere Konzentration auf das Billigsegment Prepaid-Kunden noch verstärkt werden.

Das neue Unternehmen wird sich entscheiden müssen, ob es an die radikale Billigstrategie von MetroPCS anknüpft, die eine Minimierung der Belegschaft in den USA und möglichst weitgehende Auslagerungen von Servicekapazitäten beinhaltet, oder auf Qualität setzen will.