Partnerschaftsbesuch in Charleston

KollegInnen von ver.di und CWA vertiefen Zusammenarbeit

29. November 2013: Seit Anfang 2013 besteht die Partnerschaft zwischen den in ver.di organisierten Beschäftigten des Call Centers der Telekom im verdi-Bezirk Berlin Brandenburg und den Beschäftigten der T-Mobile US in Charleston, die sich in der Gewerkschaft TU-CWA organisieren. Bereits zum zweiten Mal besuchten die Betriebsräte und ver.di- KollegInnen den Partnerschaftsbetrieb in Charleston, South Carolina, in ihrer Freizeit. Sie nutzten die Zeit dazu, die amerikanischen KollegInnen bei T-Mobile US im Kampf um Gewerkschaftsrechte und Vereinigungsfreiheit zu unterstützen

Drangsalierung am Arbeitsplatz

Bei ihrem Besuch Anfang November mussten sie erfahren, dass sich an den bekannten vielen Vorwürfen nichts verändert hat. So ist weiter festzustellen, dass Toilettengänge von der Arbeitszeit bzw. von Urlaubstagen abgezogen werden, schwangere Frauen trifft diese Praxis besonders hart. Immer wieder werden Mitarbeiter, die ihre Ziele nicht erreichen, in Teamrunden öffentlich gedemütigt. In etlichen Treffen erzählten die US-KollegInnen von einem Zustand, der einer Mischung aus Angst und Resignation gleicht. Eine Mitarbeiterin schilderte im Gespräch, wie sie jeden Morgen dafür betet, dass sie nicht auffällt und der Kelch der Drangsalierung an ihr vorüber gehen möge.

Persönliche Kontakte unterbinden – Gewerkschaftsarbeit behindern

Die Teams in Charleston werden alle drei Monate gemischt, damit die Mitarbeiter untereinander keine persönliche Bindung aufbauen können. Abteilungsleiter versuchen die Mitarbeiter so unter Druck zu setzen, dass die Accounts von Sozialen Netzwerken dem Vorgesetzten offen gelegt werden, damit die Vorgesetzten nachvollziehen können, wer gewerkschaftlich engagiert ist.

Gewerkschaftsfeindliche Äußerungen, Drohungen und Verbreitung von Angst erleben die Kolleginnen und Kollegen bei T-Mobile US bereits ab dem ersten Tag. Mit großen Charts werden die Neuen darüber „informiert“, dass Beschäftigte der T-Mobile US keine Gewerkschaften brauchten und diese nur Geld der MitarbeiterInnen haben wolle.

ver.dianerInnen unterstützen die Gewerkschaftsarbeit in den USA

Nadine J., Tomas L. und Mike D. aus dem ver.di-Landesbezirk Berlin Brandenburg haben während ihres Besuchs in Charleston zusammen mit den KollegInnen der CWA Flugblätter verteilt, um die Beschäftigten zu motivieren, sich gegen die Arbeitgeberwillkür zu wehren und für eine Stimme im Betrieb zu kämpfen.

Das Verhalten und Vorgehen des Managements von Telekom und T-Mobile US ist weder mit internationalen Arbeitsnormen, noch mit den Ethikregeln des Konzerns vereinbar. Solange der Konzern solch ein Verhalten toleriert oder gar fördert, werden die Berlin Brandenburger KollegInnen fest zu den MitarbeiterInnen bei T-Mobile in den USA stehen und jede Möglichkeit nutzen, um Solidarität zu üben.

Es muss Schluss sein mit den willkürlichen Machenschaften, den Drohungen, Demütigungen und gewerkschaftsfeindlichen Handlungen!