Plakat "Wir erwarten Besseres" in Richmond, Virginia, USA

Billboard "We Expect Better" in Richmond, Virginia
20. Februar 2011: Der Ortsverband 2201 der US-Kommunikationsarbeitergewerkschaft CWA ("Local 2201") unterstützt die Kampagne mit einem neuen Plakat, das in dieser Woche in Richmond, Virginia, aufgestellt wurde. "Wir erwarten Besseres" wird überall im Land zu sehen sein: auf Plakatwänden, mobilen Plakatwänden, Bushaltestellenplakaten.

Das Ziel dieser Kampagne besteht darin, das Unternehmen direkt zu fragen: Kann dieses deutsche Unternehmen den Doppelstandard beenden? Wird das Unternehmen aufhören, amerikanische Beschäftigte wie Beschäftigte zweiter Klasse zu behandeln? Das Stammunternehmen von T-Mobile, die Deutsche Telekom, greift in Deutschland nicht in Arbeitnehmerrechtsfragen ein. Warum also ein gegenteiliges Verhalten in den USA? Wird T-Mobile aufhören, seine Beschäftigten einzuschüchtern, um deren gewerkschaftliche Organisierung zu verhindern? Wird das Unternehmen eingestehen, dass die Entscheidung über die Gründung einer Gewerkschaft den Beschäftigten selbst überlassen bleiben muss? Der Widerstand der Betriebsleitung war allein in den letzten Wochen offensichtlich. Vor kurzem haben Vorgesetzte in einem Betrieb von T-Mobile verlangt, dass die Beschäftigten Informationsblätter aushändigten, die sie auf einer öffentlichen Straße erhalten hatten. Und in einem anderen Betrieb warfen die Manager Gewerkschaftskarten weg, die im Aufenthaltsraum der Mitarbeiter/innen auf einem Tisch lagen.

Wir erwarten ein besseres Verhalten als dies. Es handelt sich hier um ein Unternehmen, das über eine Sozialcharta verfügt, in der die Einhaltung der Normen der Internationalen Arbeitsorganisation in Bezug auf Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen zugesagt wird. Der aktive Widerstand des Arbeitgebers am Arbeitsplatz gegen eine gewerkschaftliche Organisierung stellt einen Verstoß gegen die Normen der IAO dar. Wann wird sich das Unternehmen von seinem externen Rechtsberater Peter Conrad von Proskauer Rose trennen, der sich mit seinen Erfahrungen in der Umgehung von Gewerkschaften brüstet? Wann wird das Unternehmen aufhören, Beschäftigte zu schikanieren, die Interesse an einer Gewerkschaft bekunden? Wovor hat das Unternehmen Angst?

Der Vergleich zwischen dem Management von T-Mobile und den hinfälligen Regimen im Nahen Osten ‒ Tunesien, Ägypten, Bahrain, Libyen ‒ ist durchaus nicht zu weit hergeholt. T-Mobile widersetzt sich der Vereinigungsfreiheit zwar auf gewaltlose Weise, aber sein Widerstand gegen die Entscheidungsfreiheit der Beschäftigten ist offensichtlich. Wann wird die Einschüchterung aufhören?

Die Plakate mit der Aufschrift "Wir erwarten Besseres" werden in der Nähe von T-Mobile-Callcentern in Maine, Pennsylvania, Florida, Colorado, Oregon und Washington angebracht werden.

Wer an einem unserer Plakate vorbeifährt, sollte ein Foto von sich selbst davor machen und Unterstützung für eine Gewerkschaft der Beschäftigten von T-Mobile bekunden.