Protest gegen gewerkschaftsfeindliches Verhalten der Telekom in den USA.

„We expect better“ zu Besuch bei der Startupnight in der Hauptstadtrepräsentanz.

9. September 2013: Anlass des Besuchs in der Hauptstadtrepräsentanz der Telekom waren die anhaltenden Schikanen des Tochterunternehmens T-Mobile US gegen Beschäftigte, die mit der Gewerkschaft CWA eine „Stimme im Betrieb“ erlangen wollen. Mehr als 20 ver.di-Mitglieder aus dem Bezirk Berlin-Brandburg besuchten am Samstag die „Lange Nacht der Startups“, eine Veranstaltung, mit der die Telekom von ihr und anderen Unternehmen geförderte Gründerinnen und Gründer präsentierte. Mit einer Lichtprojektion auf dem gegenüberliegenden Gebäude vermittelten die Gewerkschaften ver.di und CWA die Botschaft an die Telekom: Wir erwarten Besseres!

Förderungschance: Mitbestimmung bei T-Mobile US

Als die Diskussionsveranstaltung „Big vs. Small“ (Groß gegen Klein) startete, begann drinnen der stille Protest. Die ver.di-Mitglieder trugen T-Shirts, auf denen der entlassene Gewerkschafter Josh C. zu sehen war und stellten sich neben die Bühne, auf der die Diskussion stattfand. Während Diskussionsteilnehmer und Telekom-Vorstandsmitglied Timotheus Höttges sichtlich um Fassung rang, um weitere Fragen beantworten zu können, eilte der Vorstandsvorsitzende René Obermann zu den protestierenden ver.di-Mitgliedern. Sie berichteten ihm von den teils unzumutbaren Arbeitsbedingungen und häufigen Schikanen in den Call Centern von T-Mobile US, die die ver.di-Mitglieder bei Besuchen ihrer amerikanischen Kolleginnen und Kollegen von den dortigen Beschäftigten erfahren mussten.

Der Protest wurde dorthin getragen, wo sich die Telekom öffentlichkeitswirksam als Förderer junger Unternehmen präsentierte. In den USA dagegen diskriminiert das Telekom-Unternehmen
T-Mobile US Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter. Statt sie zu fördern, behindert es ihre Versuche, im Betrieb Mitbestimmungsrechte auszuüben. Das Management in den USA und der Konzernvorstand in Deutschland sollen das Projekt „Gewerkschaftsanerkennung doch einfach als Startup begreifen, das zu fördern sich lohnt“, so Mike Döding, Leiter des ver.di-Fachbereichts TK / IT Berlin Brandenburg.

Wir lassen nicht locker

Mit dem Besuch der Startup-Nacht setzten die ver.di-Mitglieder ihren Protest fort, der erst in der Woche zuvor vor den Betrieben der Telekom mit einer Aktion für den von T-Mobile US entlassenen Gewerkschafter Josh C. einen Glanzpunkt internationaler Gewerkschaftssolidarität gesetzt hatte.

Keine Frage, liebe Telekom, wir lassen nicht locker!