Proteste gegen Standortschließungen bei T-Mobile USA

18. April 2012: In Bellevue bei Seattle haben rund 100 Beschäftigte von T-Mobile USA gegen Standortschließungen protestiert. Am Hauptsitz des Tochterunternehmens der Deutschen Telekom im US-amerikanischen Bundesstaat Washington übergaben sie eine Petition mit über 100.000 Unterschriften, in der Vorstandschef Philipp Humm aufgefordert wird, die Schließungspläne aufzugeben.

3.300 Kollegen und Kolleginnen aus sieben Call Centern sollen bis zum 22. Juni ihren Arbeitsplatz verlieren. Ohne eine Gewerkschaft können sie nicht einmal einen Sozialplan verhandeln. Seit Jahren behindert das T-Mobile-Management in den USA mit allen Mitteln die Arbeit von Gewerkschaften und verweigert den Mitarbeitern damit das Menschenrecht sich gewerkschaftlich zu organisieren.

In einem der betroffenen Call-Center im texanischen Frisco hatte das lokale Management noch einen Tag vor Bekanntgabe der Schließung gegenüber der Belegschaft erklärt, ihre Jobs seien sicher. Darum brauche man auch keine Gewerkschaft. Eine Episode, die besonders deutlich zeigt, wie schutzlos die Beschäftigten der Willkür ihrer Vorgesetzten ausgeliefert sind, wenn sie nicht gewerkschaftlich organisiert sind.

An vier von sieben Standorten, die nun geschlossen werden sollen, haben die Gemeinden T-Mobile zudem Millionen an Subventionen für die Ansiedlung von Arbeitsplätzen aus Steuergeldern gezahlt. In einer öffentlichen Erklärung fordert die US-amerikanische Telekommunikationsgewerkschaft CWA T-Mobile nun auf, erhaltene Gelder zurückzuzahlen. „Der Staat hat T-Mobile Millionen von Dollars gezahlt, damit das Unternehmen Stellen schafft. Aber die haben nur das Geld genommen und zeigen mir, meinen Kollegen und der ganzen Gemeinde die kalte Schulter,” so Blake Poindexter, Beschäftigter bei T-Mobile in Frisco.

„Steht auf für Arbeitnehmerrechte!“ und „Holen Sie Jobs zurück in die USA!“, hieß es auf zahlreichen Transparenten der Demonstranten in Bellevue, Washington. Bei Standortverlagerungen ins Ausland waren in den USA zuletzt rund 6.000 Stellen gestrichen worden. Diese wieder in den USA anzusiedeln sei auch im Sinne der Kundenzufriedenheit, erklärten T-Mobile-Beschäftigte und Aktivisten vor Ort.

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