T-Mobile USA: Lippenbekenntnis zur Gleichberechtigung

24. August 2012: Endlich einmal eine positive Nachricht von T-Mobile USA. Zumindest auf den ersten Blick. In einer Presseerklärung teilte das Unternehmen mit, man unterstütze die Aufrechterhaltung der Homo-Ehe im Staat Washington. Gegner gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wollen diese mit einem Referendum wieder abschaffen.

Unter der Überschrift „T-Mobile erneuert sein Bekenntnis zu Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz“ behauptet Interims-Chef Jim Alling: „T-Mobile hat sich schon lange darauf konzentriert, eine integrative Atmosphäre für unsere Beschäftigten zu schaffen. Unsere Unterstützung ist Ausdruck unserer Kultur, wie wir unser Geschäft betreiben, und unseren Glauben a eine faire und gleiche Behandlung aller unserer Angestellten“. Leider ist das nur ein Lippenbekenntnis. Die Realität sieht anders aus.

Schwul-lesbische Gewerkschafter_innen sind mäßig begeistert über die Verlautbarung. In einer Stellungnahme begrüßt „Pride at work“, eine Arbeitsgemeinschaft des Dachverbandes AFL-CIO, die Unterstützung für die Homo-Ehe zwar, fragt aber auch, warum sich T-Mobile mit Händen und Füßen dagegen wehrt, dass seine Beschäftigten sich gewerkschaftlich organisieren können.

Gewerkschaftliche Interessenvertretung, eine Stimme am Arbeitsplatz und Tarifverträge, so „Pride at Work“, seien wesentliche Instrumente für Schwule und Lesben, Diskriminierung am Arbeitsplatz entgegenzuwirken und in vielen US-Staaten der einzige Schutz gegen Entlassung aufgrund der sexuellen Orientierung.

„Wenn T-Mobile wirklich für volle Gleichberechtigung wäre, würden sie ihre antigewerkschaftliche Taktik einstellen und die Beschäftigten entscheiden lassen, ob sie eine Stimme am Arbeitsplatz wollen”. So aber müsse das Engagement für die Homo-Ehe eher als Marketing-Aktion denn als Eintreten für echte Gleichberechtigung angesehen werden. Gewerkschaftlich aktive Beschäftigte würden von T-Mobile „in den Schrank“ getrieben - ein Ausdruck, der normalerweise benutzt wird, wenn Homosexuelle ihre Identität verbergen müssen.

Pride at work weiter: „T-Mobile-Beschäftigte sind so verängstigt, dass sie das Wort „Gewerkschaft“ am Arbeitsplatz nicht aussprechen können. Das sollte in Amerika im Jahr 2012 nicht passieren – und auch nicht irgendwo sonst auf der Welt.“ Im Namen der LGBT-Beschäftigten und unserer Verbündeten fordern wir T-Mobile USA dringend auf, für wirkliche Gerechtigkeit für LGBT-Leute aktiv zu werden – und das heißt, das Recht der Beschäftigten auf eine Stimme am Arbeitsplatz zu respektieren, und aufzuhören, Arbeitsplätze auszulagern.“