Telekom-Streik: US-Gewerkschaft CWA erklärt Solidarität

20. April 2012: Die US-Gewerkschaft Communications Workers of America (CWA) hat sich mit den aktuellen Streiks der Telekom-Beschäftigten in Deutschland solidarisch erklärt. In einem Brief an die ver.di-Streikleiter zeigt sich CWA-Präsident Larry Cohen „beeindruckt von der Stärke und Entschlossenheit“ der bundesweiten Ausstände. Er betont dabei auch die starke Verbindung zwischen ver.di, in der die Beschäftigten der Deutschen Telekom organisiert sind, und der CWA, der mit 700.000 Mitgliedern größten Telekommunikations-Gewerkschaft der Welt.

Im aktuellen Tarifkonflikt mit der Deutschen Telekom verlangt ver.di unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn über zwölf Monate. In ganz Deutschland hatte sie Anfang der Woche zu zeitweisen Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen. Dem folgten am Montag und Mittwoch Tausende Mitarbeiter in mehreren Bundesländern, auch Call-Center waren betroffen. Als Zeichen ihrer Solidarität bezogen gleichzeitig zahlreiche T-Mobile-Beschäftigte und CWA-Aktivisten Posten vor Filialen der US-Tochterfirma T-Mobile. Auf zweisprachigen Transparenten forderten sie faire Löhne für gute Arbeit.

In seinem Brief an die Streikleiter bezeichnet CWA-Präsident Cohen die Möglichkeit der Beschäftigten der Deutschen Telekom, überhaupt mit dem Management zu verhandeln, als fundamentalen Unterschied zur Situation in den USA. Dort kämpft die Gewerkschaft weiterhin für das Menschenrecht auf gewerkschaftliche Organisierung, das den Angestellten von T-Mobile USA bislang verwehrt wird.

Aktuell sind die T-Mobile Beschäftigten von Standortschließungen betroffen, bei denen Tausende Jobs abgebaut werden sollen. Da sie keine Möglichkeit haben, sich dagegen zu wehren, sind sie auf die Unterstützung gewerkschaftlich aktiver Branchenkollegen angewiesen – auch aus Deutschland.

Cohen unterstreicht in seinem Brief, dass sowohl den deutschen als auch den amerikanischen Mitarbeitern daran gelegen ist, dass der globale Telekom-Konzern wettbewerbsfähig arbeitet. Es sei jedoch kein Zeichen von Wirtschaftlichkeit, Jobs abzubauen, da schlechte Service-Qualität die Kunden unzufrieden macht. Ebenso wenig sei es nachvollziehbar, dass die Deutsche Telekom sich gegen Lohnerhöhungen sperre. „Wer Jahr für Jahr 3,4 Milliarden Euro an die Aktionäre verschenkt, wird wohl 500 Millionen übrig haben für diejenigen, die diese Milliarden erwirtschaften“, erklärte der nordrhein-westfälische ver.di-Sekretär Frank Bethke gegenüber den Zeitungen der WAZ-Gruppe.

Weitere Infos:

- Solidaritätsbotschaft von Larry Cohen (PDF)

- Flyer der CWA Mitglieder zur Unterstützungsbekundung (PDF)