TU-Protest führt zu Verbesserungen für T-Mobile-Beschäftigte

USA-weit sollen verbesserte Krankmeldungsregeln gelten

23. Juni 2015: Großer Erfolg für die Beschäftigten bei T-Mobile US! Nachdem sie sich wochenlang gegen unfaire Arbeitszeit- und Krankschreibungsregelungen ausgesprochen haben, hat das Unternehmen Anfang Juni angekündigt, dass Krankmeldungen, die am Morgen des Arbeitstages eingehen, keine negativen Bewertungen mehr zur Folge haben werden!

Krankmeldungen neu geregelt

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen setzten sich T-Mobile-Beschäftigte für Verbesserungen der Arbeitszeitplanung und Schichtvergabe ein. Insbesondere das Thema Krankmeldung steht für die Beschäftigten ganz oben auf der Liste der Mängel, die sie behoben sehen wollen und wofür sie eine Stimme im Betrieb brauchen. Denn bei T-Mobile ist jede Krankmeldung mit Stress verbunden, da es bisher Praxis war, dass pro Betrieb und Tag nur eine begrenzte Zahl von Arbeitsstunden für Krankmeldungen zur Verfügung standen (genannt „PRETO“). Hatte ein Beschäftigter das Pech, dass sich vor ihm schon andere krank gemeldet hatten und die für seine Arbeitsstätte vorgesehenen PRETO-Stunden „aufgebraucht“ waren, dann war er zwar krank und hatte das auch gemeldet, aber in seine Arbeitsakte wurde eingetragen, dass er sich zu spät krank gemeldet habe. Dieser Eintrag wirkte sich negativ auf seine Leistungsbeurteilung und Boni-Auszahlungen aus. Dies soll nun ab Mitte Juni anders gehandhabt werden, wie das Unternehmen die MitarbeiterInnen per E-Mail wissen ließ.

Veränderungen erst ein Anfang auf dem Weg zu einer gesunden Work-Life-Balance

„Wir freuen uns, dass das Unternehmen die Themen aufgreift, die wir seit Wochen rund um die Probleme, die wir im Zusammenhang mit der Schichtvergabe angesprochen haben“, sagt das TU-Mitglied Ashley Charzuk. Weiter ist sie überzeugt: „Das ist ein großer Erfolg für die Beschäftigten, und ohne unsere aktiven Gewerkschaftsmitglieder, die sich immer wieder gegen diese unfaire Vergabepraxen ausgesprochen haben, wäre diese Änderung nicht erfolgt.“

Die vom Unternehmen in Aussicht gestellten Änderungen sind zu begrüßen, doch sind damit längst nicht alle Probleme zum Thema Arbeitszeit behoben. Zum Beispiel erfolgt die Schichtvergabe weiterhin aufgrund von Leistungskennzahlen, und die persönlichen Umstände der Beschäftigten werden nicht berücksichtigt. Die Planung von Arbeits- und Freizeit und eine gesunde Work-Life-Balance sind weiterhin nicht möglich.

Fair Workweek - Initiative für eine gerechte Arbeitswoche

Die Änderungen bei der Handhabung von Krankmeldungen durch das Unternehmen erfolgen nach wochenlangen Protesten der Beschäftigten. Und sie werden auch zu einem Zeitpunkt vorgenommen, an dem in Albuquerque die Initiative „Fair Workweek“ (gerechte Arbeitswoche) gestartet ist, an der sich neben Organisationen des Gemeinwesens und dem Zentrum für Demokratie (Center for Popular Democracy) auch die Gewerkschaft CWA beteiligt. Kurz nach dem Anlaufen der Initiative haben Mitte Juni mehrere Stadtverordnete bekannt gegeben, die Anliegen der Beschäftigten und das Vorhaben der „Fair Workweek“ zu unterstützen. In anderen US-Städten waren ähnliche Initiativen bereits erfolgreich. Auf kommunaler Ebene wurden Gesetze verankert, die Unternehmen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und eine fristgerechte Bekanntgabe von Arbeitszeiten vorschreiben.
Der TU und der Fair-Workweek-Initiative wünschen wir weitere aktive MitstreiterInnen und viel Erfolg!