US-Arbeitsministerium bestätigt Offshoring und gewährt Beihilfen für Entlassene

19. Juli 2012: Trotz der Blockade durch das Unternehmen hat CWA finanzielle Unterstützung für die Beschäftigten durchgesetzt. Am 17.7. hat das US Arbeitsministerium auf Antrag der Gewerkschaft CWA entschieden, dass bis zu 3.300 ehemalige Beschäftigte von T-Mobile USA finanzielle Beihilfen aus dem „Trade Adjustment Assistance“-Programm (TAA) in Anspruch nehmen können.

Das Unternehmen hatte im Juni 7 Call-Center geschlossen – das Arbeitsministerium folgte der Argumentation von CWA, ein signifikanter Teil der Jobs sei ins Ausland verlagert worden, obwohl das Unternehmen dem mehrfach und öffentlich vehement widersprochen hatte.

Das Tochterunternehmen der Deutschen Telekom hatte versucht, zu verhindern, dass die Tatsache des Offshoring anerkannt wurde – eine Praxis, die in den USA scharf kritisiert wird, und unter anderem auch im laufenden Wahlkampf eine Rolle spielt.

Mit seiner Blockadehaltung hat das Unternehmen versucht zu verhindern, dass die Beschäftigten eine erweiterte Arbeitslosenunterstützung, finanzielle Beihilfen für Umschulungen und Steuernachlässe für Krankenversicherung für sich und ihre Familien sowie weitere Unterstützungsleistungen in Anspruch nehmen können. All dies wird, wohlgemerkt, nicht aus den Kassen von T-Mobile, sondern vom amerikanischen Staat bezahlt.

Das Arbeitsministerium hatte sich von einer Fülle von Material, das CWA zusammengetragen hatte, überzeugen lassen, dass die Verlagerung tatsächlich stattfand, darunter Aussagen von T-Mobile Beschäftigten über die Umsetzung der Verlagerung in den USA, wie z.B. Trainings für philippinische Beschäftigte, neue Stellenbeschreibungen für Outsourcing-Koordinatoren, einen Vertrag zwischen einer Outsourcing-Firma und T-Mobile Stellenanzeigen aus den Ländern, wo die Arbeit hin verlagert wird u.a.

„T-Mobile hat das Leben von 3.300 Beschäftigten und der Ortschaften, wo sie leben und arbeiteten, durcheinandergewirbelt. Das TAA-Programm existiert, damit Unternehmensentscheidungen, Standorte in den USA zu schließen und die Arbeit nach Übersee zu verlagern, nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“, sagte CWA-Vorstandssekretär Ron Collins.

Verdi-Vorstandsmitglied Lothar Schröder, der sich zur Zeit in den USA aufhält und die CWA bei ihrer Organisierungsarbeit bei T-Mobile unterstützt, kommentierte: „Ich finde es zutiefst beschämend, dass das Unternehmen die klar auf der Hand liegenden Fakten bis zuletzt in Abrede gestellt hat. Wenn T-Mobile damit durchgekommen wäre, hätte das Management den ohnehin hart getroffenen Beschäftigten Weg zu einer dringend notwendigen Unterstützung verbaut. Wenn man ein Saubermann-Image haben will, muss man sich auch entsprechend verhalten, und es nicht nur behaupten. Umso mehr freue ich mich jetzt für die ehemaligen Beschäftigten. Auch für die Telekom gilt eben - Lügen haben kurze Beine“.

Statt sich für die Beschäftigten, die sich zum Teil jahrelang in den Call-Centern abgerackert haben, zu freuen, gab sich das Unternehmen gegenüber der Presse „überrascht“ und behauptete weiterhin, die vorgelegten Fakten würden die Annahmen, die Arbeit sei verlagert worden, nicht belegen.

Wir Erwarten Besseres!