Ver.di-Jugendvertreter zu Besuch bei T-Mobile KollegInnen in den USA

5. Februar 2013: Mitte Januar besuchten zwei Kollegen der ver.di-Jugend in ihrer Freizeit auf Einladung der CWA die USA. Sie nahmen in Dallas an einem Organizing-Seminar teil und besuchten danach Kolleginnen und Kollegen in Wichita, Kansas.

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Während des Besuches nahmen sie an einer Schulung zum Organizing teil und konnten in intensiven Einzelgesprächen mit ehemalig und gegenwärtig Beschäftigten, mit Gewerkschaftsmitgliedern und –funktionären Informationen über die Arbeitssituation von T-Mobile Beschäftigten sammeln. Insbesondere beeindruckten sie Berichte von KollegInnen, über die Kontrolle bei der Arbeit.

So wurde ihnen unter anderem berichtet, dass es eine willkürliche Festlegung von Arbeitszielen gibt, dass Kundengespräche unangekündigt abgehört werden, dass es zu kurzfristigen Änderungen von Urlaubsabsprachen kommt, dass bei geringem Anrufvolumen Arbeit auf Abruf herrscht und dass es gestaffelte Schichten und Pausenzeiten und eine willkürliche Schichtvergabe gibt. Aber auch beim Umgang mit kranken Kollegen gibt es Missstände.

Viele Mitarbeiter gehen krank zur Arbeit und bei manchen Beschäftigten wird nach ihrer Rückkehr aus der Krankheit ihr Urlaub um die Krankentage gekürzt, was gesetzeskonform sein kann. Eine undurchsichtige Bezahlungsstruktur verbunden mit der Ansage, dass man mit seinen KollegInnen nicht über den Lohn sprechen solle und eine hohe, teilweise bis zu 68% betragende, Personalfluktuation im Jahr tragen zur fehlenden Solidarisierung bei. Manche Beschäftigten brachten auch ihre Angst vor Kündigung bei Bekanntwerden einer Gewerkschaftszugehörigkeit zum Ausdruck und da die Gewerkschaft kein Recht auf Zugang zum Betrieb hat, ist eine einseitig durch den Arbeitgeber beeinflusste Meinungsbildung zwangsläufig.

Hinzu kamen noch die aktuellen Entwicklungen: so haben viele Beschäftigte Angst vor den Auswirkungen bei einer Fusion von T-Mobile USA und Metro PCS. Denn Metro PCS ist bekannt dafür, dass Auslagerung von Jobs ins Ausland zum Geschäftsmodell gehört.

Insgesamt also fanden die deutschen Kollegen eine Situation vor, die sie stark an der von der Deutschen Telekom immer angeführten überdurchschnittlichen Zufriedenheit der MitarbeiterInnen der T-Mobile USA zweifeln ließ. So sehen sie sich darin bestärkt, die Ziele der Kampagne „We expect better“ unter den Kollegen der Deutschen Telekom weiterhin bekannt zu machen und sich für die Rechte der amerikanischen Belegschaft einzusetzen.