Verunglimpfung statt Anerkennung? Stellungnahme von State Senator Bill Perkins

26. August 2013: Anfang August haben New Yorker Beschäftigte in einem der zu T-Mobile US gehörenden MetroPCS Shops beschlossen, ihre Rechte am Arbeitsplatz mit Unterstützung der Gewerkschaft CWA wahrzunehmen. Zu ihrer Unterstützung war der New Yorker Senator Perkins gekommen. Er bezeugte, dass die Auszählung der Beitrittserklärungen korrekt ablief und wollte dem Management einen Brief mit dem Ergebnis übergeben. Doch statt mit ihm oder mit den Beschäftigten zu sprechen, entschied das Management in den USA, die Polizei zu rufen (s. Bericht vom 15. August). Dass das Management der Deutschen Telekom AG (DTAG) die Inanspruchnahme demokratischer und rechtlich verbriefter ArbeitnehmerInnenrechte als Bedrohung und Störung des Geschäftsablaufs darstellt, weist Senator Perkins als sachlich falsch und grob entstellend zurück. Hier seine Stellungnahme:

Stellungnahme von State Senator Bill Perkins (New York)

Ich bin stolz, dass ich die Beschäftigten des MetroPCS Shops an der Ecke 115te Straße und Lexington Avenue in Harlem unterstützen durfte, die für ihr Recht auf Vereinigungsfreiheit und Gründung einer Gewerkschaft eingetreten sind. Diese Beschäftigen verdienen es, dass anständig mit ihnen umgegangen wird, und ihnen stehen faire Löhne und Sozialleistungen zu.

Am 8. August habe ich den Shop besucht, um dem Management von MetroPCS die Botschaft zu überbringen, sie möchten aus freien Stücken die Gewerkschaft anerkennen und die Tarifverhandlungen in Treu und Glauben beginnen. Doch anstatt sich diese einfache Botschaft anzuhören, wies das Management von MetroPCS die Shopmanagerin an, die New Yorker Polizei zu rufen. Das örtliche Management, unter der strengen Anweisung höherer Managementebenen, wollte nicht einmal den Brief annehmen, den mein Büro an sie verfasst hatte.

Ich vertrete den Bezirk, in dem das Geschäft liegt, im Senat des Bundesstaats New York. Als die Polizei kam, die vom MetroPCS Management gerufen worden war, befragte sie mich. Weder nahmen die Beamten eine Anzeige auf, noch schrieben sie einen Polizeibericht.

Keine meiner Handlungen stellten eine Bedrohung dar, waren illegal oder unethisch. Im Gegenteil. Die Missachtung grundlegender Arbeitnehmerrechte durch das Management von MetroPCS und seine Weigerung, die Gewerkschaft als Verhandlungspartner anzuerkennen, um legitime Beschwerden zu regulieren, sind nicht legitim. Es ist ungeheuerlich, dass das Management in Deutschland versucht, mich als einen ihnen feindlich gesinnten Aggressor darzustellen.

Die Polizei ohne Anlass auf einen Staatssenator zu hetzen, lässt nicht darauf hoffen, dass das MetroPCS und T-Mobile Management seine Beschäftigten gut behandelt. Ich werde den Fortgang der Entwicklungen sehr genau beobachten und die Beschäftigten der MetroPCS Läden, die für Respekt und faire Behandlung am Arbeitsplatz kämpfen, weiter unterstützen. Die Mehrheit der Beschäftigten des Shops hat den Willen bekundet, dass sie eine gewerkschaftliche Interessenvertretung am Arbeitsplatz wünscht. Ich fordere das Management von MetroPCS erneut nachdrücklich dazu auf, den legitimen Wunsch der Beschäftigten nach kollektiven Tarifverhandlungen anzuerkennen.

New York City, August 2013

Zum Bericht vom 15. August:
http://www.weexpectbetter.org/beschaftigte-fur-gewerkschaftliche.html?lang=de