„Wir Erwarten Besseres“ International

Gewerkschaftsallianz der Beschäftigten der Deutschen Telekom berät Missstände, diskutiert Lösungen und beschließt einen Aktionsplan

18. Oktober 2013: Anfang Oktober 2013 trafen sich in Zagreb (Kroatien) internationale Gewerkschaften, die im Konzern der Deutschen Telekom (DT) die Interessen der Beschäftigten vertreten, zu einer Tagung. Unter der Leitung des Gewerkschaftsverbands UNI Global Union (UNI) berieten sie über die Ergebnisse einer Befragung unter Beschäftigten aus den Ländern der Allianz. Die Befragung hatte erhebliche Missstände an den Arbeitsplätzen aufgedeckt. Eine wichtige Frage war, wie die Beschäftigten das Ziel „Gute Arbeit“ erreichen können. Die in Zagreb versammelten Gewerkschaften entwickelten einen Aktionsplan „Für mehr Anstand bei der Telekom“ und stimmten ein gemeinsames Vorgehen der Gewerkschaften im Konzern der DT ab.

Die Gewerkschaftsallianz in Zagreb

Das Herbsttreffen der Allianz fand Anfang Oktober statt und wurde von der kroatischen Telekommunikationsgewerkschaft HST organisiert. Unter dem Motto „Wir Erwarten Besseres“ waren Arbeitnehmervertretungen aus Südeuropa, den USA und Deutschland zusammengekommen, um über die Beseitigung von Missstände an den Arbeitsplätzen in den Betrieben der Telekom zu beraten. Auch die ständigen Verstöße gegen Menschenrechte und internationaler Arbeitsnormen sowie die Behinderung von Gewerkschaften bei Organisationsbemühungen, standen auf der Tagesordnung.

Zu der Allianz gehören Gewerkschaften aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Griechenland, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Serbien, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und den USA.

Ergebnisse der Befragung von DT-Beschäftigten diskutiert

Die Teilnehmer der Tagung diskutierten die Ergebnisse einer Umfrage, die Gewerkschaften im Sommer 2013 unter Beschäftigten der Deutschen Telekom in Süd- und Osteuropa und den USA durchgeführt hatten. So unterschiedlich die einzelnen Länder sein mögen, so ähnlich sind die Probleme, mit denen Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen in Betrieben der DT konfrontiert sind: Stress und Krankheit, unsichere Arbeit, Aggression und Mobbing durch Führungskräfte, und auch gewerkschaftsfeindliches Verhalten ist im Konzern verbreitet. Die Befragung brachte auch zutage, dass sich 72% der befragten Beschäftigten eine Gewerkschaft und Tarifverträge wünschen. Würde das Unternehmen sie unbehelligt lassen, so äußern sich 69% der Befragten, würden sie einer Gewerkschaft beitreten.

Die Missstände abstellen

Die Vertreterinnen und Vertreter internationaler Gewerkschaften sprachen nicht allein über die Missstände, sie diskutierten auch Lösungsansätze für die aufgeworfenen Probleme. Sie befanden eine Reihe von Punkten als geeignet, die Missstände abzustellen und nahmen sie in einen Maßnahmenkatalog auf. In einem ersten Schritt soll eine globale Dialogplattform geschaffen werden, um direkt mit dem Management der DTAG in Bonn und in den einzelnen Landesgesellschaften darüber zu sprechen, wie die Missstände behoben werden können. Langfristiges Ziel ist es, unter der Federführung von UNI ein globales Rahmenabkommen abzuschließen, das weltweit in den Betrieben der DT gilt und angewandt wird – ohne Ausnahmen.

Gemeinsames Vorgehen – für einen fairen Dialog

Demnächst wird die Telekom mit den Ergebnissen der Befragung konfrontiert, und die gewerkschaftlichen Forderungen werden übermittelt. Sollte sich die Telekom dann den erforderlichen Gesprächen und Verhandlungen nicht stellen, so werden die Gewerkschaften der Allianz abgestimmte Aktionen durchführen.

Unter den Beschäftigten der DT besteht eine hohe Bereitschaft, sich an kollektiven Aktionen zu beteiligen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation in den Betrieben zu verändern. Auch das hat die Befragung ergeben.

Die Gewerkschaftsallianz appelliert an die Telekom, sich an einem fairen und produktiven Dialog zu beteiligen. Sollte die Telekom dazu nicht bereit sein, so werden in den nächsten Monaten die Gewerkschaften der Allianz mit Unterstützung von UNI gemeinsam Solidarität üben und zusammen Aktionen durchführen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Wie geht es weiter?

In den nächsten Wochen werden die Umfrageergebnisse zusammen mit den Lösungsvorschlägen auch veröffentlicht. Die Veröffentlichung des Berichts im Herbst 2013 wird der Kick-off-Termin für eine Reihe gemeinsamer Veranstaltungen und Aktionen sein, die in allen Ländern der Gewerkschaftsallianz stattfinden werden und mit Videos und Online-Berichterstattung begleitet werden. Ein vorläufiger Höhepunkt der globalen „Wir erwarten Besseres“-Kampagne wird eine internationale Konferenz sein, die im Frühjahr 2014 in Deutschland stattfinden wird.
Das globale Image der Deutschen Telekom steht auf dem Spiel.

Das global agierende Unternehmen hat allerdings die Chance zu zeigen, dass es Arbeitnehmerrechte und internationale Normen respektiert – nicht nur in Bekenntnissen wie der aktualisierten Sozial-Charta, sondern ganz praktisch, indem es einen direkten Dialog beginnt, um die Bedenken und Probleme, die Beschäftigte äußern, anzugehen.